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Stettins OB kritisiert Bahnplanung

Stettin. Stettins Stadtpräsident – das entspricht in etwa dem Oberbürgermeister in Deutschland – Piotr Krzystek hat die Pläne der Deutschen Bahn AG zum Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin heftig kritisiert. Das letzte Stück von Passow (Kreis Uckermark) bis Stettin (Szczecin) nur eingleisig zu belassen, sei ein großer Fehler, sagte er diese Woche auf einer Tagung des deutsch-polnischen Wirtschaftskreises der IHK Neubrandenburg in Stettin. dpa/bl

Das Bahntempo zwischen Berlin und der polnischen Hafenstadt habe sich seit Jahrzehnten nicht verbessert. Hintergrund der Kritik sind die Pläne der Bahn, die Strecke nur bis Passow zu modernisieren und zweigleisig auszubauen.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte die Regierungen von Polen und Deutschland aufgefordert, sich stärker beim Ausbau der Bahnstrecken nach Polen zu engagieren. Er warnte vor "Verzögerungen und halbherzigen Lösungen" beim Ausbau nach Stettin. "Die Strecke muss so schnell wie möglich und zweigleisig ausgebaut werden", betonte Woidke als Polenkoordinator des Bundes.

"160 Stundenkilometer sollten heute auf Bahnstrecken Standard sein", erklärte Stettins Stadtpräsident. Wegen der ineffektiven Bahnverbindung sei er noch nie mit dem Zug nach Berlin gefahren: "Das Auto ist einfach effizienter."

Nach bisherigen Planungen soll die Bahnstrecke bis 2024 ausgebaut werden. 2020 soll das Baurecht vorliegen und die Fahrtzeit soll sich deutlich verkürzen. Für den Streckenaus- und -neubau sowie Erhaltungsinvestitionen sind zwischen Angermünde und Stettin 300 Millionen Euro vorgesehen.