Der markante Kuppelbau am S-Bahnhof Prenzlauer Berg hatte schon zu seiner Einweihung 1987 über einen der damals leistungsfähigsten Projektoren verfügt. Nach 27-jährigem Betrieb war das Gerät aus dem Kombinat Zeiss Jena 2014 aber technisch veraltet. Zur Darstellung des Sternenhimmels verfügte es über eine Metallplatte mit vielen Tausend Löchern. Durch sie wurde das Licht für jeden einzelnen Stern auf die Projektionskuppel geworfen. Da die Sterne am Himmel wandern und sich der sichtbare Ausschnitt deshalb ständig ändert, musste die Platte per Hand nachgedreht werden.

Der neue Projektor stammt ebenfalls aus Jena (Zeiss AG). Er arbeitet vollständig digital und besitzt für jeden der rund 9500 Sterne eine lichtleitende Faser. Der Sternenhimmel lässt sich dadurch besonders hell und scharf darstellen. Zudem kann der Vorführer das Himmelsbild für jeden beliebigen Tag per Knopfdruck heranholen. Der Projektor ist außerdem rund und viel kleiner als der dreieinhalb Meter aufragende Vorgänger - der "Knochen" -, der den Zuschauern teilweise die Sicht versperrte.

Technisch noch aufregender sind die zehn neuen Beamer. Sie können, was der nur für die Darstellung des Nachthimmels zuständige Projektor nicht kann: Sie ermöglichen virtuelle Reisen durch das Weltall. Bis 2014 war eine solche Beamer-Reise als Dia-Schau angelegt, jetzt sind es bewegte Bilder, die zum Beispiel einen Flug zum mehr als 26 000 Lichtjahre von uns entfernten Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße simulieren. Die kosmischen Reisen sind aber nicht nur auf die Heimatgalaxis mit ihren 100 bis 300 Milliarden Sternen begrenzt, auch noch viel weitere "Flüge" sind möglich. Astronomen haben mehr als 100 Milliarden Galaxien gefunden.

Es wird viele Programme geben - von kosmischen Kollisionen bis hin zur nahen Raumfahrt. Und viele seien abgestimmt auf die Lehrpläne an den Schulen, sagte Planetariumsleiter Tim Florian Horn am Montagabend vor Journalisten. Dabei stehe die Berliner Einrichtung auch für Klassen aus Brandenburg bereit. Horn erklärte, es würden in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Cottbus und dem Sternenpark Westhavelland auch gemeinsame Programme erarbeitet. Mit gut 23 Metern Durchmesser ist die Berliner Kuppel etwa zweieinhalb Mal so groß wie die Cottbuser.

Auf 3D-Vorführtechnik umgerüstet wurde das Kino. Hier sollen Dokumentar- und Spielfilme laufen. Horn kündigte an, das Planetarium wolle die Vernetzung der Naturwissenschaften in ihrer ganzen Breite veranschaulichen. Schließlich habe die Raumfahrt bis hin zur Medizin mit vielen Forschungsbereichen zu tun, es gebe ebenso enge Verknüpfungen der erdgeschichtlichen mit der kosmischen Entwicklung.

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