Nachdem es im vergangenen Sommer im Hafen von Kairo Schiffbruch erlitt, werde das Boot in Bolivien rekonstruiert, teilte die städtische Chemnitzer Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft als Sponsor gestern mit. Görlitz hatte mit dem Schilfboot das Mittelmeer überquert, um zu beweisen, dass Menschen schon vor 6000 Jahren gegen den Wind segeln konnten.
Der Rumpf des Schiffes, das auch mit Hilfe der Chemnitzer Stadtwerke wieder aufgebaut wird, soll Ende Juli nach Deutschland kommen, wo er voraussichtlich vom 7. bis 10. August auf der HanseSail 2003 in Rostock gezeigt wird. Später soll das komplette Schiff mit Segel und Originalaufbauten in Chemnitz aufgestellt werden. Ein Platz dafür werde noch gesucht, sagte ein Sprecher der Gebäudegesellschaft.
Der Biologielehrer Görlitz war bereits 1999 mit einem ersten selbst gebauten Schiff und einer internationalen Crew gut 500 Kilometer über das Mittelmeer gesegelt. Das Experiment war aus Zeitgründen abgebrochen worden. Die "Abora II" hatte Görlitz von Bootsfahrern am Titicacasee nach Zeichnungen aus dem
4. Jahrhundert vor Christus konstruieren lassen. Sie verwendeten auch das dortige Schilf, dem die besten Schwimmeigenschaften zugesprochen werden. Die indianischen Bootsbauer hatten auch die Schilfboote "Ra II" und "Tigris" für den norwegischen Forscher Thor Heyerdal gebaut. (dpa/bra)