Es handle sich dabei um den Versuch, mit einem der wichtigsten Partner die Regeln und Standards der Globalisierung zu prägen. "Wenn wir sie nicht prägen, (...) dann werden sie andere prägen", warnte der Außenminister. Als exportorientiertes Land profitiere Deutschland überdurchschnittlich stark von internationalen Regeln.

Gleichzeitig verteidigte Steinmeier die jüngsten Sanktionen gegen Russland. Die Kosten einer dauerhaft gefährdeten Ordnung in Europa seien auf Dauer größer als die Kosten von Wirtschaftssanktionen. "Wer die Regeln des Zusammenlebens in Europa verletzt, der gefährdet die Grundlagen von Sicherheit und Wohlstand", warnte der SPD-Politiker. Ziel dürfe es allerdings nicht sein, Russland wirtschaftlich niederzuringen. Ein kollabierendes Russland sei kein Beitrag zu Sicherheit, sondern eine noch größere Gefahr.