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Steinmeier will Hilfe für Kabul ausweiten

berlin.. Trotz der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan hat sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes ausgesprochen. „Ich plädiere dafür, unsere Hilfe bei der Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Armee auszuweiten“, sagte Steinmeier der „Bild-Zeitung“.


Die Aufgabe der Bundeswehr am Hindukusch sei erst dann erledigt, wenn die Afghanen selbst die Sicherheit im Lande garantieren könnten, betonte Steinmeier. Er warnte davor, die anstehende Verlängerung der Bundeswehrmandate in Afghanistan infrage zu stellen. "Wenn wir jetzt aufgeben, dann haben die Taliban ihr Ziel erreicht", sagte der Außenminister mit Blick auf die Milizen, die die ausländische Truppenpräsenz mit Entführungen und Anschlägen zu destabilisieren versuchen.
In der Union gibt es immer mehr Stimmen, die sich gegen eine Verstärkung des deutschen Truppenkontingents aussprechen. Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz hält nichts davon, immer neue ausländische Kampftruppen für Afghanistan zu fordern. Möglicherweise müsse das "deutsche Truppenkontingent in Maßen etwas verstärkt werden", sagte er dem Südwestrundfunk. Der Westen müsse aber in erster Linie mehr dafür tun, am Hindukusch einheimische Polizisten und Soldaten auszubilden. Das Militär müsse allmählich schon deshalb von afghanischen Sicherheitskräften übernommen werden, damit die ausländischen Soldaten nicht als Besatzungsarmee empfunden würden.
Es mangele nicht an der Zahl deutscher Soldaten am Hindukusch, vielmehr müsse ihr Einsatz besser koordiniert werden, sagte parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Thomas Kossendey (CDU) im Deutschlandradio Kultur.
Die Regierung in Seoul hatte unterdessen direkten Telefonkontakt zu einer der 21 in Afghanistan verschleppten Geiseln. Während eines Telefonats mit Vertretern der Taliban sei den südkoreanischen Verhandlungsführern am Samstag erlaubt worden, kurz mit einer der Geiseln zu sprechen, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Außenministeriums.
Bei Kämpfen an der Straße von Kabul nach Kandahar wurden indes mindestens 22 Taliban-Kämpfer getötet. Die Armee hatte demnach erfahren, dass die Taliban die 460 Kilometer lange Straße zwischen Kabul und Kandahar blockieren wollten.
Zwei Tage nach der Entführung von drei Minenräumern in der Provinz Kandahar sind die Leichen der Männer gefunden worden. Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, der Deutsche Tom Koenigs, teilte mit, die ermordeten Minenräumer hätten täglich ihr eigenes Leben riskiert, um für die Sicherheit afghanischer Gemeinden zu sorgen.
Russland hat Afghanistan 90 Prozent seiner Schulden aus Sowjetzeiten erlassen. Der russische Finanzminister Alexej Kudrin sprach gestern bei einer Zeremonie mit seinem afghanischen Kollegen Anwar el Hak Ahadi von einem "historischen Tag für beide Länder". Der Großteil der insgesamt 11,13 Milliarden Dollar Schulden (rund acht Milliarden Euro) stammt aus der Zeit der russischen Besatzung Afghanistans zwischen 1979 und 1989. (AFP/roe)