In der Debatte über Steueroasen verglich Steinbrück vergangene Woche die Eidgenossen mit Indianern, die vor der US-Kavallerie kuschen. Hintergrund war die Entscheidung der Schweiz, das traditionell gut gehütete Steuergeheimnis zu lockern, was auf die internationale Drohung mit einer "schwarzen Liste" für Steueroasen zurückgeführt wird.Nicht nur, dass der flotte Spruch auch als rassistisch interpretiert werden könnte - viele Schweizer finden den Vergleich gar nicht witzig. Verschärft wird die Sache noch dadurch, dass Steinbrück den Eidgenossen schon früher im Streit um Steueroasen "mit der Peitsche" gedroht hat und dass SPD-Chef Franz Müntefering kürzlich zum selben Thema sagte: "Früher hätte man da Soldaten hingeschickt."Steinbrück selbst reagiert auf die Kritik beleidigt. "Ich bekomme Drohbriefe aus der Schweiz und werde als Nazi-Scherge beschimpft", klagt er. Das sei absolut unverhältnismäßig und inakzeptabel, zumal es doch die Schweiz sei, die sich nicht an die internationalen Spielregeln halte, indem sie "Ausländer dazu einlädt, gegen Gesetze in ihren Heimatländern zu verstoßen".Ob Steinbrücks Ausfälle gegen die Schweizer eher als verbaler Ausrutscher oder als berechnender Populismus einzustufen sind, bleibt dabei offen. Während die Schweizer sich weiter empören, erhält der SPD-Mann in Berlin Rückendeckung von Kanzlerin Angela Merkel. Bei Steueroasen sei es "richtig, Ross und Reiter zu nennen", sagte sie im Bundestag - ohne Steinbrück direkt zu nennen.