Zugleich stellte er im "Tagesspiegel am Sonntag" das SPD-Thema soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt und kündigte eine schnelle Mindestlohn-Initiative im Fall eines rot-grünen Wahlsieges an.

Wie die "Bild am Sonntag" ohne konkrete Quellen schrieb, fand am Samstag eine Telefonkonferenz von Steinbrück, dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, Bundestags-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem niedersächsischen Spitzenkandidaten Stephan Weil statt. Das Thema laut Zeitung: die Begrenzung des Flurschadens nach Steinbrücks Kritik an den Kanzler-Bezügen sowie Rückenwind für die Genossen in Niedersachsen, wo am 20. Januar gewählt wird. Ein SPD-Sprecher bestätigte das am Sonntag nicht.

Steinbrück verteidigte derweil seine Äußerungen zu den nach seiner Ansicht zu niedrigen Bezügen deutscher Regierungschefs. "Ich habe mitnichten gefordert, das Kanzlergehalt zu erhöhen", sagte Steinbrück dem "Tagesspiegel". Er habe lediglich die Meinung vertreten, dass Bundeskanzler im Vergleich zu Führungskräften in der Wirtschaft eher gering bezahlt seien. "Diese Wahrheit werde ich nicht verschweigen, auch nicht als Kanzlerkandidat." Er wolle auch in Zukunft nicht nur laut aussprechen, was opportun erscheine, so Steinbrück. "Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage."

Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger widersprechen der Ansicht Steinbrücks, dass Kanzler in Deutschland zu wenig verdienen. In einer Umfrage des Instituts TNS Emnid für das Magazin "Focus" sagten 72 Prozent, sie stimmten der Auffassung des SPD-Kanzlerkandidaten nicht zu. 23 Prozent halten die Aussage für richtig.