Mit einem klaren Kontrastprogramm zur schwarz-gelben Koalition will Peer Steinbrück die SPD ins Kanzleramt zurückbringen. Auf dem Nominierungsparteitag in Hannover legte sich der Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag eindeutig auf ein Bündnis mit den Grünen fest. "Es ist Zeit für einen Wechsel", betonte Steinbrück. Für eine Wiederauflage der großen Koalition, in der er von 2005 bis 2009 Finanzminister war, stehe er "nicht zur Verfügung". Er wolle einen "ganzen Regierungswechsel" und keinen halben.

Bei seiner offiziellen Wahl zum Kanzlerkandidaten erhielt Steinbrück in Hannover 93,45 Prozent der Stimmen. Für ihn stimmten 542 von 583 Delegierten. Es gab 31 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen, drei Stimmen waren ungültig. Mit seinem Ergebnis blieb Steinbrück knapp unter der Marke seines Vorgängers Frank-Walter Steinmeier. Der heutige SPD-Fraktionschef hatte 2008 bei seiner Kür zum Kanzlerkandidaten 95,1 Prozent der Stimmen bekommen.

Der Merkel-Herausforderer kündigte an, die Wahl zu einer Richtungsentscheidung zu machen. Die SPD werde eine klare programmatische Alternative zum Bündnis aus Union und FDP anbieten. Gebraucht werde ein "neues Gleichgewicht". Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sei in den vergangenen Jahren auch in Deutschland "etwas außer Lot" geraten. Wörtlich sagte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident: "Deutschland braucht wieder mehr Wir und weniger Ich."

Meinung & Politik Seiten 2 & 5