Frank hat etwa zwei Drittel seiner Karriere im CSU-geführten bayerischen Justizministerium verbracht. Innerhalb der Justiz genießt Frank großes Renommee. Erfahren, belastbar, umgänglich und locker sei er, hört man. Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) lobte im Frühjahr Franks juristischen Sachverstand, dessen Führungskompetenz, Begabung im Umgang mit Menschen und politisches Gespür. "Das ist jemand, den kann man überall hinstellen - und er wird hervorragende Arbeit machen", sagt der langjährige frühere Amtsgerichtspräsident Gerhard Zierl, der Frank aus gemeinsamen Jahren im Ministerium kennt.

In Karlsruhe erwarten den Neuen brisante Themen. Frank wird wie seine Amtsvorgänger auch besonderen Schutz erhalten. 1977 ermordete die RAF Siegfried Buback. Ein Generalbundesanwalt gilt als exponierte Person.

Frank hat eine Bilderbuchkarriere absolviert: Spitzenergebnis bei beiden Staatsexamina, Promotion im Straf- und Strafverfahrensrecht "summa cum laude". Übertritt in den Staatsdienst 1995, zunächst im Justizministerium, dann als Staatsanwalt. Zeitweise war Frank an die Vertretung des Freistaates beim Bund abgeordnet. Es folgten Jahre als Richter am Landgericht München und am Oberlandesgericht sowie weitere Tätigkeiten im Ministerium, zuletzt als Leiter der Personalabteilung. Ein Höhepunkt des konsequenten Aufstiegs schien erreicht, als er Anfang März mit 46 Jahren als neuer Münchner Generalstaatsanwalt die Nachfolge von Christoph Strötz antrat.

Mit Spannung wird nun Franks erster Auftritt erwartet. Doch noch ist die Entscheidung nicht offiziell. Ins Rampenlicht drängte er sich bisher scheinbar nicht: Zunächst war kaum ein Foto von ihm aufzutreiben. Auch über seine privaten Lebensverhältnisse ist bislang nichts bekannt gemacht worden.