"Bei Erdgas rechnen wir bundesweit bis Jahresende mit einer Steigerung von durchschnittlich 20 Prozent", fügt Storck hinzu. Der Prognose lägen Angaben der Versorgungsunternehmen sowie eigene Recherchen zugrunde.

Geringerer Strompreis-Anstieg
Dagegen werde nach Storcks Angaben die Steigerung bei Strom geringer ausfallen. "Mit Beginn der Heizperiode rechnen wir mit einer Erhöhung im einstelligen Bereich." Verbrauchern riet er zu prüfen, ob eine Modernisierung der Heizanlagen oder der Umstieg auf einen anderen Energieträger machbar ist. "Es gibt inzwischen viele nachhaltige Heizungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Holzpellets." Zunächst sollte bei Gas und Strom um einen günstigeren Tarif beim eigenen Anbieter nachgesucht werden. "Man muss nachfragen." Danach sollten die Verbraucher prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Versorger lohne. Falls ja, sei eine Preisgarantie wichtig. "Der Kunde hat dann einen festen Preis für zwölf Monate, egal was passiert."
Menschen mit wenig Geld können sich zum Beispiel keine energiesparenden Haushaltsgeräte neu anschaffen, sagte Margrit Spielmann, Vorstandsvorsitzende der Brandenburger Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Gerade die einkommensschwachen Haushalte trifft die Preisexplosion mit voller Wucht." Es könnte sein, dass im nächsten Winter manche Menschen die Heizungen in ihren Wohnungen niedriger stellen müssten.
Beim Verein Schuldner- und Insolvenzhilfe Lausitz melden sich unterdessen immer mehr Menschen, die ihre Energiekosten nicht mehr bezahlen können. "Von den 180 Schuldnern, die wir seit Jahresanfang betreuen, haben etwa 20 auffällig hohe Energieschulden", sagte Geschäftsführer André Robin.
Hauptgründe seien längere Arbeitslosigkeit oder eine Scheidung. Er riet, selbst aktiv zu werden und an einer Lösung mitzuarbeiten.

Sparen, sparen, sparen
Trotz Zahlungen des Bundes kommen auf Kommunen nach Einschätzung des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg hohe Ausgaben für Heizkosten zu. Der Bund mache seine Zahlungen von der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften abhängig, deren Zahl derzeit leicht sinke, erläuterte die stellvertretende Landesgeschäftsführerin Monika Gordes. Der Bund müsste sich aber an den tatsächlichen Ausgaben der Kommunen für Energie orientieren - und die stiegen ständig. "Die Energiekosten bleiben an den Kommunen hängen." Gordes betonte: "Für Kommunen und einzelne Bürger gilt: Sparen, sparen, sparen."