Aber jetzt meldet er sich mit einem überwältigenden Sieg als neuer Staatspräsident zurück.

Er ist der Strahlemann der politischen Szene Sloweniens. Blaue Augen, tadellos sitzende Frisur, stets braun gebrannt, Modelfigur, Maßanzüge: Borut Pahor können sich 40 Prozent der slowenischen Frauen als Ehemann vorstellen, sagt eine Umfrage. Böse Zungen bezeichnen den 49-Jährigen, der in Studententagen als Dressman Geld verdient hatte, als "Barbie". Politische Gegner kritisieren seine unglaubwürdige "politische Flexibilität", weil er sein Mäntelchen in den Wind hänge.

Jedenfalls machte Pahor eine atemberaubende politische Karriere. Schon als Jugendlicher in die KP eingetreten, stieg er als 26-Jähriger 1989 ins Zentralkomitee auf. Mit 33 stand er bereits selbst an der Spitze der Partei, die er zu einer sozialdemokratischen Kraft modernisierte. Er war Abgeordneter und Präsident des slowenischen Parlaments, saß im Europaparlament und wurde 2008 Regierungschef seiner Heimat.

Im vergangenen Jahr stürzte Pahor über ein Misstrauensvotum, nachdem er Einschnitte ins Sozialsystem nicht hatte durchsetzen können. Die vorzeitigen Wahlen ließen seine Sozialdemokraten auf den dritten Platz abstürzen. Nach 15 Jahren musste Pahor den Parteivorsitz räumen. Dass er sich nach dem tiefen politischen Fall wieder aufrappelte und damit Steherqualitäten unter Beweis stellte, hatte ihm kaum jemand zugetraut.

Nur wenige trauen dem stets um Konsensus bemühten Politiker in Zukunft auch zu, dem mit allen politischen Wassern gewaschenen und stets angriffslustigen konservativen Regierungschef Janez Jansa Paroli zu bieten. Das Amt des Staatschefs ist sein politischer Traum. Sein Sieg sei "der Anfang von etwas Neuem, eine neue Hoffnung, eine neue Zeit", erklärte er in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis. "Wir brauchen Vertrauen, gegenseitigen Respekt, Toleranz und die Bereitschaft, zuzuhören", fügte er in Anspielung auf Wählerabstinenz und Massendemonstrationen gegen geplante soziale Einschnitte hinzu.