Die Hauptstadt hat nach Berechnungen des Amtes allein durch die Abwanderung der Berliner ins Umland rund eine halbe Milliarde Euro an Steuereinnahmen verloren.
Der Speckgürtel aber werde zwölf Jahre nach dem Mauerfall weiter zersiedelt, heißt es in der Untersuchung. Die Nachwende-Konzepte für eine finanziell und ökologisch sinnvolle Siedlungs- und Bevölkerungspolitik seien damit in beiden Ländern komplett gescheitert.
"Das ist eine absolut negative Entwicklung", resümierte gestern Eckart Elsner, Direktor des Landesamtes. Seit der Wende seien rund 165 000 Berliner ins Umland abgewandert. "Das ist immerhin die Bevölkerung von zwei Mittelstädten", ergänzte er. Neben dem Wunsch nach einem Zuhause im Grünen hätten auch eine fragwürdige Bundes-Bauförderung, Anreize wie Kilometerpauschalen und mangelnde Neubau-Angebote in Berlin in diesem Prozess eine Rolle gespielt. "Berlin hat in zehn Jahren die gleichen Fehler gemacht, wie westdeutschen Großstädte in 50 Jahren", kritisierte Elsner. (dpa/ta)