(iwe) Im Jahr 2018 sind nach Angaben des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums bislang 110 Schafe, 21 Ziegen, 57 Stück Gatterwild, 52 Kälber und ein Pferd von Wölfen gerissen worden. Das geht aus der Antwort von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger auf eine kleine Anfrage der fraktionslosen Abgeordneten Iris Schülzke hervor, die dieser Zeitung vorliegt. In die Statistik eingeschlossen sind Rissmeldungen, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Risse durch andere Raubtiere sind dagegen marginal: So wurden neun Schafe in Brandenburg von einem Luchs gerissen, der zuvor aus einem Tiergehege ausgebrochen war. Ein Schaf fiel einem Fuchs zum Opfer, zwei weitere streunenden Hunden.

Aus der Antwort auf eine weitere Anfrage des CDU-Abgeordneten Dieter Dombrowski geht unterdessen hervor, dass in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 13 Herdenschutzhunde vom Land Brandenburg mit rund 41.000 Euro gefördert wurden. Gleichzeitig wurden seit 2016 insgesamt 14 Fälle bekannt, bei denen in einer vom Wolf angegriffenen Schafherde Herdenschutzhunde vorhanden waren. In neun Fällen waren dies allerdings weniger Hunde, als offiziell empfohlen. Zudem werde weiterhin nur die Anschaffung dieser Hunde gefördert: Eine Förderung ihres Unterhalts sei nach dem Beihilferecht der EU nicht möglich. Für den 10. November planen unterdessen verschiedene Landnutzerorganisationen eine Demonstration in Potsdam, um auf die Wolfsproblematik aufmerksam zu machen.