Die Wahlerfolge werden jedoch derzeit von einem Stasi-Fall und dem parteiinternen Umgang damit getrübt. Dies werde auf dem Parteitag eine Rolle spielen, sagte der amtierende Generalsekretär Andreas Büttner am Freitag. Er soll auf dem Parteitag regulär in das Amt gewählt werden. Mitte März war der bisherige Schatzmeister Rainer Siebert nach Stasi-Vorwürfen zurückgetreten. Die Erkenntnisse zu Siebert lägen seit 1991 auf dem Tisch, betonte Büttner. Es gebe nichts Neues. Landeschef Heinz Lanfermann wandte sich unterdessen in einer E-Mail an die Parteimitglieder. Alle anstehenden Fragen würden offen diskutiert, das Thema sollte aber nicht instrumentalisiert werden, betonte er in dem internen Schreiben. "Es soll nichts verniedlicht, aber auch nichts aufgebauscht werden." Siebert gehörte bereits dem ersten Brandenburger Landtag an. Eine Kommission zur Überprüfung der Stasi-Vergangenheit stufte ihn 1991 als sogenannten Grenzfall ein. Er versicherte damals in einer Erklärung, sich nie als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi verpflichtet zu haben, aus den Akten der Birthler-Behörde soll jedoch etwas anderes hervorgehen. Seit 2003 war Siebert ehrenamtlicher Schatzmeister, auf dem Parteitag wird er seinen Abschlussbericht vorlegen. Seinen Rücktritt von dem Amt will er nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen. Vor dem Hintergrund dieses Falles liegen dem Parteitag drei Anträge vor. Dabei geht es um die Vereinbarkeit von politischem Amt und einer möglichen früheren Stasi-Tätigkeit. Amts- und Mandatsträger sollen "wesentliche Stationen" ihres Lebenslaufes veröffentlichen, einschließlich früherer Parteimitgliedschaften sowie offizieller und inoffizieller Tätigkeiten für die Stasi. In weiteren Anträgen geht es um einheitliche Kriterien zur Enttarnung möglicher Stasi-Fälle und eine grundlegende innerparteiliche Aufarbeitung der Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit und der SED in der DDR.