Eine Einigung zwischen Siemens-Unternehmensführung, Gesamtbetriebsrat und IG Metall für die schwächelnde Kraftwerks- und für die Antriebssparte bildet die Grundlage für die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan. Diese sollen nun beginnen und noch im laufenden Geschäftsjahr (30. September) abgeschlossen werden.

Siemens hatte angekündigt, in den Sparten weltweit zusammen rund 6900 Jobs zu streichen, davon rund 3400 in Deutschland. Außerdem sollten zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig geschlossen werden. Auch der Standort Offenbach stand auf der Kippe. Die Pläne waren bei Arbeitnehmervertretern und auch in der Politik auf heftigen Widerstand und teils massive Kritik gestoßen.

Nun erklärte Siemens, Görlitz solle zur weltweiten Zentrale für das Industriedampfturbinengeschäft ausgebaut werden. Allerdings sei auch dort eine Restrukturierung nötig. Für Leipzig prüfe man nun auch einen möglichen Verkauf. Das Geschäft am Standort Offenbach, wo Beschäftigte Kraftwerke planen und bauen, solle wie geplant mit Erlangen gebündelt werden. Dadurch werde Offenbach „perspektivisch aufgegeben“, ein Teil der Mitarbeiter solle jedoch weiter im Rhein-Main-Gebiet bleiben.

Über die Maßnahmen will Siemens in den beiden Sparten einen „großen“ dreistelligen Millionen-Euro-Betrag einsparen, wie Personalchefin Janina Kugel sagte. Ob es bei der Streichung von 6900 Jobs bleibt, werde sich in den Verhandlungen zeigen. Man sei offen für kreative Lösungen. Wichtig sei aber, dass das Sparziel, das Siemens noch genau beziffern will, erreicht werde. IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner sprach von einem „für beide Seiten akzeptablen Ergebnis“.