Um die Reparatur von Schlaglöchern finanzieren zu können, ist aus Sicht des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes eine Maut für Autos und Lastwagen unausweichlich. "Wir haben das Problem seit Jahren, aber keiner traut sich, das Thema richtig anzugehen", kritisierte der Geschäftsführer des Verbandes, Karl-Ludwig Böttcher, am Montag. Tatsache sei, dass die finanzielle Situation der Kommunen sich nicht verbessern werde, sagte er dem rbb-Sender Inforadio. "Darum brauchen wir eine ehrliche Diskussion - auch wenn das Thema streitbar ist", betonte Böttcher.

Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) weiß dies - und schließt eine Maut nicht aus. "Wir wollen keine Denkverbote", sagte sein Sprecher. Während Vogelsänger die Verkehrsministerkonferenz leitete, hat eine Kommission des Bundes 2012 die Zahlen auf den Tisch gelegt: Jährlich 7,2 Milliarden Euro fehlen beim Straßenbau. "Die Hälfte davon entfällt auf die kommunale Infrastruktur", sagte Böttcher. Nach seinen Angaben befinden sich in Brandenburg 12 500 Kilometer in kommunaler Hand. Hinzu kommen rund 3100 Kilometer Landkreisstraßen, für die meist die Landkreise zuständig sind.

Deren Ausbesserungsbedarf ist groß. "Es sieht katastrophal aus", räumte auch eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg ein. Solange der Wechsel von Frost und Tauwetter andauert, werden nur gravierende Schäden beseitigt. Großflächige Arbeiten starten erst Ende März. "Für die Beseitigung gibt es kein extra Budget", sagte die Sprecherin. Egal, ob Reparaturarbeiten, Winterdienst oder Grünpflege - alles kommt aus einem Topf. Für den Betriebsdienst auf Landstraßen stehen dem Landesbetrieb etwa 35 Millionen Euro zur Verfügung.