Vor allem die Einführung des Arbeitslosengeldes II (Alg II) habe für einen sprunghaften Anstieg der Fälle gesorgt.
In Chemnitz habe sich die Zahl der Anträge mehr als verdreifacht, sagte der Leiter der Unterhaltsvorschussstelle, Michael Schulze. Seien im Jahr 2000 noch etwa 2100 Kinder unterstützt worden, lebten aktuell etwa 2500 Mädchen und Jungen von Leistungen aus der Stadtkasse. In drei Viertel der Fälle seien die Väter nicht säumig, sondern zahlungsunfähig.
Auch in Dresden sei die Zahl der Antragsteller von 4240 im Jahr 2002 auf 4680 in diesem Jahr gestiegen, sagte Jutta Opitz vom Jugendamt der Landeshauptstadt. Die Kosten für Vorschüsse seien im selben Zeitraum von 4,1 Millionen Euro auf mehr als 5,4 Millionen Euro gestiegen. Die Hälfte der Väter und Mütter sei der Zahlungsverpflichtung wegen Arbeitslosigkeit nicht nachkommen. Lediglich zehn Prozent waren leistungsfähige Schuldner.
In Leipzig seien die Kosten für Unterhaltsvorschüsse von 5,3 Millionen Euro 2002 auf 6,3 Millionen Euro 2005 gestiegen, sagte Brigitte Blattmann vom Jugendamt der Messestadt.
Bei säumigen Zahlern werde konsequent vorgegangen, um sich die Vorleistungen zurückzuholen. „Doch die steigende Fallzahl und die schlechte wirtschaftliche Situation der Unterhaltspflichtigen bremsen uns so langsam aus.“ (dpa/cd)