Ganz unschuldig ist er an seinem Ruf nicht, schließlich hatte er früher gegen das alte Platzeck-Projekt argumentiert, das er heute managt. Als ihn jetzt ein Briefschreiber als "Schlossverhinderer" brandmarkte und ihn für das zweimalige Nein des Stadtparla-ments zum Landtagsschloss mitverantwortlich machte, wollte Speer das nicht auf sich sitzen lassen. Noch während der jüngsten Landtagssitzung tippte er eine Antwort in seinen Laptop: Er habe sich schon vor 1989, als andere noch hinter dem Kachelofen gesessen hätten, für die barocke Innenstadt eingesetzt, stellte er klar. Einmal sei er sogar zum Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker gefahren, um gegen die geplante Fällung alter Linden zu protestieren. Seine Aktion hatte sogar Erfolg, wundert sich Speer noch heute.