"Nur noch 20 Prozent unserer Gäste sind klassische Kassen-Kurgäste", sagte der Geschäftsführer der Sächsischen Staatsbäder GmbH, Christian Kirchner, in einem Gespräch.
Vor fünf Jahren sei das Verhältnis noch genau umgekehrt gewesen. "Wir haben uns nach den herben Einbußen im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform 1998/99 umgestellt", sagte Kirchner.
"Wir haben mittlerweile vier Standbeine: die traditionelle stationäre Kur, ambulante Behandlungen, Wellness und Prävention", sagte Kirchner. Die Staatsbäder hätten beispielsweise berufsspezifische Kuren etabliert. Für mittlerweile elf Berufsgruppen - Kraftfahrer, Lehrer, Friseure, Bäcker, Floristen, Manager, Polizisten, Dachdecker, Gärtner, Journalisten und Winzer - gebe es das markenrechtlich geschützte "JobFit"-Angebot. Als erste gesetzliche Krankenkasse bezuschusse die AOK Sachsen diese Angebote.
In diesem Jahr registrierten die Staatsbäder Kirchner zufolge rund 50 000 Gästeankünfte - und damit ein leichtes Plus. Die Zahl der Übernachtungen blieb mit 750 000 etwa konstant. Hinzu kamen rund 300 000 Tagesgäste. "Die meisten Gäste reisen nach wie vor aus den neuen Bundesländern in die beiden einzigen ostdeutschen Staatsbäder", sagte Kirchner. Westdeutsche Gäste kämen aber zunehmen in den südlichen Zipfel Sachsens.
"Die Konkurrenz aus Osteuropa hat uns weit weniger dramatisch getroffen, als mancher das nach der EU-Erweiterung 2004 erwartet hatte", sagte Kirchner. Beispielsweise seien die Kosten für Anwendungen in Tschechien deutlich gestiegen und würden sich kaum mehr von denen in Sachsen unterscheiden. "Einzig die Kosten für das Drumherum sind dort noch etwas günstiger", sagte Kirchner. Zudem sei der Qualitätsstandard noch nicht überall mit dem in Deutschland zu vergleichen. "Umso ärgerlicher ist es, dass sich manche Krankenkasse darum aber nicht scheren", sagte Kirchner.
Die Sächsische Staatsbäder GmbH ist eine hundertprozentige Tochter des Freistaates Sachsen und dem Finanzministerium in Dresden untergeordnet. Seit der Wende sind nach Angaben der Gesellschaft rund 125 Millionen Euro in die Sanierung der mehr als 150 Jahren alten Bäder geflossen.