Wie das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilte, wurde die Behörde von der Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen betraut. Denn der Angriff, der seit Sonntag rund 900 000 Router in Deutschland lahmlegte, hatte offenbar einen noch größeren Hintergrund. Die Telekom ist bei der Attacke auf ihre "Speedport"-Router nach Experten-Einschätzung mit einem blauen Auge davongekommen. "Dieses Mal haben wir noch Glück gehabt - der Angriff hat nicht richtig funktioniert", sagte Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der Zeitung "Die Welt". Nach ersten Analysen ist der eingeschleuste Schadcode mit dem bekannten Schädling Mirai verwandt, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab am Dienstag. Ziel sei es gewesen, die Router mit einem Botnetz zu verbinden, in dem Technik von Online-Kriminellen für ihre Zwecke missbraucht wird.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich am Dienstag "sehr besorgt". Wenn die TelekomOpfer eines solchen Angriffs werden könne, müsse "jedem klar werden, wie aktuell und alltäglich die Gefahr ist". Bei der Sicherheit der IT-Infrastruktur müssten die Deutschen "eindeutig nachlegen", sagte er. Das BSI hatte bereits am Montag von einem weltweiten Cyberangriff gesprochen.

Deutschland muss sich nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Zukunft auf weitere Hacker-Attacken einstellen. "Solche Cyber-Angriffe (...) gehören heute zum Alltag, und wir müssen lernen, damit umzugehen", sagte Merkel am Dienstag in Berlin. "Man darf sich davon auch nicht irritieren lassen", mahnte die Kanzlerin. "Man muss nur wissen, dass es so etwas gibt, und lernen, damit zu leben."