Danach wird nun auch gegen den Ex-Vorstandschef der Landesbank (heute: Sachsen Bank) Michael Weiss ermittelt. "Wir nennen keine Namen", hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Weiss und seine Lebensgefährtin Andrea Braun gelten als Schlüsselfiguren im Sachsen-LB-Skandal. Durch Fehlspekulationen, insbesondere bei einer irischen Tochter, war das Bankhaus 2007 an den Rand der Pleite geraten und konnte nur durch einen eiligen Verkauf an die inzwischen selbst in Schwierigkeiten steckende Landesbank Baden- Württemberg LBBW gerettet werden. Der in Dresden mit der Aufklärung befasste Landtags-Untersuchungsausschuss hatte mehrmals erfolglos versucht, Weiss und Braun vorzuladen. Das Paar lebt derzeit auf Zypern und machte bisher keine Anstalten, nach Deutschland zu kommen. Grundlage für die Ausweitung der staatsanwaltlichen Untersuchungen ist ein Urteil des Landgerichts Stuttgart, das im Dezember 2008 auch die Jahresabschlüsse 2004 bis 2006 für nichtig erklärt hatte. Bisher war wegen der Abschlüsse 2006 und 2007 ermittelt worden. Der Verdacht gegen die Ex-Vorstände lautet Untreue und unrichtige Darstellung. Unterdessen will die LBBW auf dem Klageweg erreichen, dass drei Vorstände einen Teil ihrer Erfolgsprämien zurückgeben müssen. Der Landesrechnungshof hatte Ende vorigen Jahres für das erste Quartal 2009 einen Sonderbericht zur Sachsen LB angekündigt. dpa/cd