Wie der energiepolitische Sprecher der CDU, Steeven Bretz, erklärte, habe Brandenburg ein Interesse daran, den Energieträger Braunkohle dauerhaft zu sichern. "Würde die Braunkohle wegfallen, würde der Energiepreis in Brandenburg um 20 bis 30 Prozent steigen", so Bretz. Die CDU erwarte Klarheit der schwedischen Regierung gegenüber Vattenfall und Klarheit Vattenfalls gegenüber Brandenburg. "Vattenfall benutzt das Geld aus der Lausitzer Kohle, um den Konzernumbau zu finanzieren", sagte Bretz.

Schierack kündigte an, Anfang November nach Stockholm zu reisen, um mit den beiden konservativen Parteien im Parlament, der moderaten Sammlungspartei und den Christdemokraten, Gespräche über die Lausitzer Kohle zu führen. Da die rot-grüne schwedische Minderheitsregierung nur über 158 Sitze im Parlament verfügt, für eine Regierungsmehrheit aber 175 Sitze nötig sind, wäre das schwedische Kabinett auf Unterstützung einer dieser Parteien angewiesen. "Wir wollen deutlich machen, welche Erwartungen wir an die Brüder im Geiste haben, und welche Verantwortung Vattenfall für die Region hat."

Auch den brandenburgischen Ministerpräsidenten nahm Schierack in die Pflicht: Es wäre hilfreich, wenn sich Dietmar Woidke (SPD) noch in diesem Jahr zur Zukunft der Tagebauregion in der Lausitz äußern würde, sagte der CDU-Fraktionschef gestern.