Jetzt hingegen beträgt der Frauenanteil im Parlament 27 Prozent, knapp 40 Prozent an den Universitäten.

Knapp zwei Drittel der Afghanen haben Zugang zu Gesundheitsdiensten – 2002 waren es neun. 8,4 Millionen Kinder gehen zur Schule – 2002 war es eine Million.

Genau zehn Jahre nach der ersten Afghanistan-Konferenz lassen sich Fortschritte am Hindukusch klar messen. Doch die Herausforderungen sind nicht geringer geworden: Anhaltende Unsicherheit durch Terror, Korruption, verbreitete Armut.

Bis zum Jahr 2024 kann Afghanistan weiter mit Milliardenhilfen der internationalen Gemeinschaft rechnen. Das beschlossen die Konferenzteilnehmer in Bonn. Das Land am Hindukusch versprach im Gegenzug weitere Reformen. Präsident Hamid Karsai sprach von einem „goldenen Tag“ für sein Land. Die Beschlüsse des Treffens gäben den Afghanen „gewaltige Hoffnung“ für die Zukunft, erklärte er zum Abschluss am Montagnachmittag. Die RUNDSCHAU dokumentiert die Beschlüsse des Treffens:

Angebot von Hilfsleistungen: Die internationale Gemeinschaft sichert Afghanistan bis 2024 finanzielle Hilfe zu. Sie soll unter anderem in den Aufbau von Polizei und Streitkräften sowie in die wirtschaftliche Entwicklung fließen.

Forderungen an Afghanistan: Im Gegenzug sagt Afghanistan einen klaren Reformkurs hin zu besserer Regierungsführung, einem entschlossenen Kampf gegen Korruption und einer Stärkung der Demokratie unter Beteiligung der Zivilgesellschaft zu.

Aussöhnung: Die internationale Gemeinschaft unterstützt eine Fortsetzung des Aussöhnungsprozesses mit Aufständischen wie den Taliban mit folgenden Leitlinien: Gewaltverzicht, Bruch mit dem internationalen Terrorismus, Respekt für die afghanische Verfassung und die Menschenrechte.

Förderung des Rechtstaates: Die Bekämpfung der Korruption auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung wurde in Bonn erneut als politische Priorität verankert. Eine funktionsfähige Justiz soll aufgebaut werden. Bis 2024 soll Afghanistan ein voll funktionsfähiger Staat werden.

Demokratie als Ziel: Die Demokratie in Afghanistan soll unter anderem durch eine Stärkung der Wahlinstitutionen gefestigt werden. Ziel bleibt eine rechtsstaatlich und demokratisch verfasste Gesellschaft, in der die Menschenrechte gewährleistet sind.

Truppenabbau und Ausbildung: Parallel zur schrittweisen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen werden die internationalen Kampftruppen bis 2014 abgebaut. Der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte soll über 2014 hinaus fortgesetzt werden.

Bodenschätze: Eine besondere Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft Afghanistans soll in den nächsten Jahren die Nutzung der Bodenschätze des Landes einnehmen.