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| 02:40 Uhr

Sprunghafter Anstieg bei Straftaten gegen Asylheime

Große Runde, große Ergebnisse? Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD haben mit den Bundesländern die Flüchtlingskrise diskutiert.
Große Runde, große Ergebnisse? Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD haben mit den Bundesländern die Flüchtlingskrise diskutiert. FOTO: dpa
Wiesbaden/Berlin. Die Zahl der Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte ist im Jahr 2015 dramatisch gestiegen. Mit 173 Gewalttaten wurden mehr als sechsmal so viele Übergriffe verzeichnet wie im Vorjahr, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilte. dpa/roe

2014 waren es noch 28 Gewalttaten gewesen. Besonders extrem ist die Zunahme bei den Brandstiftungen, wo die Zahl im Jahresvergleich von sechs auf 92 stieg. Seit dem 1. Januar 2016 hat das BKA weitere zehn Gewalttaten gegen Asylunterkünfte erfasst. Die Gesamtzahl der Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte stieg um mehr als das Fünffache von 199 auf 1005. Davon wurden 901 Taten als politisch motivierte Kriminalität (PMK) dem rechten Spektrum zugeschrieben. Im gesamten Jahr 2014 waren es noch 199 Straftaten gewesen, von denen 177 als PMK-rechts gewertet wurden.

Mit einem neuen Kraftakt hat die zerstrittene Große Koalition indes versucht, ihren Konflikt in der Flüchtlingspolitik zu entschärfen. Die Parteichefs Angela Merkel (CDU), Sigmar Gabriel (SPD) und Horst Seehofer (CSU) wollten bei einem Spitzentreffen am Abend in Berlin das schon im November im Grundsatz vereinbarte Asylpaket II mit Einschränkungen beim Familiennachzug auf den Weg bringen.

Bei einem weiteren Treffen, das bei Redaktionsschluss noch andauerte, wollten die Parteichefs mit den Ministerpräsidenten der Länder unter anderem Abschiebungen, eine mögliche Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge und die angedachte Einstufung weiterer Staaten - Marokko, Algerien und Tunesien - als "sichere Herkunftsländer" diskutieren.

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