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| 02:39 Uhr

Spremberger "Reichsbürger" verurteilt

FOTO: (46419069)
Meißen/Spremberg. Anhänger des Reichsbürger-Milieus gelten oft nur als lästige Spinner. Einige von ihnen, die vor Gewalt nicht zurückschreckten, wurden jetzt vom Amtsgericht Meißen zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Simone Wendler

Das Amtsgericht Meißen hat einen 55-jährigen Spremberger und seine gleichaltrige Frau zu zwei Jahren und sechs beziehungsweise drei Monaten Haft verurteilt. Wie Gerichtsdirektor Michael Falk auf Nachfrage mitteilte, waren die beiden laut Urteil der Mittäterschaft an einer gefährlichen Körperverletzung, der Freiheitsberaubung, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und des Missbrauchs von Uniformen schuldig.

Die beiden Spremberger hatten Ende 2012 zusammen mit etwa einem Dutzend anderen Mitgliedern eines "Deutschen Polizei Hilfswerkes" (DPHW) in der Nähe von Meißen einen Gerichtsvollzieher umstellt und versucht, den sich wehrenden Mann zu fesseln. Erst nach etwa 20 Minuten, als echte Polizei eintraf, hatte er sich befreien können. Der Gerichtsvollzieher sollte an diesem Tag auf dem Hof eines der Beteiligten eine Pfändung vornehmen.

Die Angreifer des Gerichtsvollziehers, von denen mehrere inzwischen zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt wurden, werden dem Reichsbürger-Milieu zugerechnet.

Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Rechtsextremisten, gescheiterten Existenzen und Spinnern, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland bestreiten und deshalb die Zahlung von Gebühren, Steuern und Bußgeldern verweigern.

Das Spremberger Ehepaar war in Untersuchungshaft genommen worden, weil es im Dezember nicht zum Prozess erschienen war. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß. Das Urteil gegen sie ist noch nicht rechtskräftig.