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| 02:41 Uhr

"Spreewald-Zug von Cottbus nach Lübben"

Pünktlicher seien die Züge nach Berlin, sagt Ministerin Kathrin Schneider. Für die abgehängten Haltepunkte in Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf gibt es auch eine neue Idee.
Pünktlicher seien die Züge nach Berlin, sagt Ministerin Kathrin Schneider. Für die abgehängten Haltepunkte in Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf gibt es auch eine neue Idee. FOTO: dpa
Potsdam. Wie geht es weiter mit den Bahnhöfen Kunersdorf, Kolkwitz und Raddusch? Seit zur Stabilisierung des RE 2 dort die meisten Halte weggefallen sind, stoppen nur noch am frühen Morgen und am späten Abend Regionalexpress-Züge. Die weggefallenen Züge kommen nicht mehr wieder – aber es soll ein neues Angebot geben, sagt Ministerin Kathrin Schneider (SPD) im RUNDSCHAU-Interview. iwe1

Frau Schneider, wie ist die aktuelle Situation beim RE 2?
Schneider Der RE 2 hatte ja ein Stabilitätsproblem im Fahrplan. Dieses Problem haben wir durch Einschränkung der Bedienung der drei Halte Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf gelöst. Die Pünktlichkeit des RE 2, die teilweise unter 80 Prozent lag, ist seitdem auf mehr als 90 Prozent angewachsen. Damit haben wir ein Niveau erreicht, was den anderen RE-Linien entspricht. Unser Ziel haben wir also erreicht.

Wie geht es mit den Halten in Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf weiter?
Schneider Ich habe mich am Freitagnachmittag mit Vertretern dieser drei Kommunen getroffen. Wir bieten den Orten an, ab dem Fahrplanwechsel 2017/2018 zunächst für die Dauer eines Jahres einen neuen Pendelzug einzusetzen, der von Cottbus über die drei Bahnhöfe und Lübbenau nach Lübben fährt. In Lübben bestünde dann Anschluss zur RB 24 von und nach Berlin-Ostkreuz. Dazu kämen die bisherigen Halte des RE 2 in den Morgen- und Abendstunden. Dafür würde der Busersatzverkehr wegfallen.

Warum fahren Sie mit dem zusätzlichen Zug bis Lübben, und nicht nur bis Lübbenau?
Schneider In Lübbenau würden wir keine stabilen Anschlüsse hinbekommen. Zudem wollen wir das Mittelzentrum Lübben besser mit dem Oberzentrum Cottbus verbinden. Uns geht es also nicht nur um die drei Halte zwischen Lübbenau und Cottbus, sondern um eine zusätzliche Linie für die ganze Region. Zusammen mit dem RE 2 würde der neue Zug dazu führen, dass es 50 Prozent mehr Verbindungen zwischen Lübben, Lübbenau und Cottbus gäbe. Das hilft nicht nur den Städten, sondern auch dem ländlichen Raum.

In der Region wird eine Studie diskutiert, die eine Aufspaltung des RE 2 in zwei Äste favorisiert, die sich auf der Berliner Stadtbahn überlappen. Was halten Sie davon?

Schneider Wir haben diese Studie leider nicht erhalten, obwohl wir sie im Ministerium angefordert haben. Deswegen fällt es mir schwer, mich dazu zu äußern. Wir haben aber auch in unseren eigenen Untersuchungen immer über eine Splittung des RE 2 in Berlin nachgedacht, aber keine sinnvolle Lösung dazu gefunden. Die Berliner Stadtbahn ist heute schon überlastet. Ein zusätzlicher Zug auf dieser Strecke - und das sieht eine Splittung des RE 2 in zwei Teile ja vor - würde nur neue Verspätungsprobleme schaffen. Und wenn es um die Berliner Stadtbahn geht, können wir den RE2 nicht mehr alleine betrachten. Dann müssen wir immer auch darüber nachdenken, wie sich die Veränderungen auf alle anderen RE-Linien und den Fernverkehr auswirken.

Ein Problem auf dem RE 2 ist auch die Überlastung des Zuges auf dem Abschnitt zwischen Berlin und Königs Wusterhausen. Oft finden Reisende dort keinen Sitzplatz mehr . . .
Schneider Dafür haben wir im Moment noch keine Lösung. Wir können die vorhandenen Fahrzeuge des RE 2 nicht verlängern. Wir werden deswegen wohl bis zum nächsten Verkehrsvertrag warten müssen, bevor wir hier mehr Kapazität auf die Strecke bekommen.

Mit Kathrin Schneider

sprach Benjamin Lassiwe

Zum Thema:
Parallel zum Vorschlag von Ministerin Schneider liegt ein Konzept vor, nach dem der Regionalexpress 2 Cottbus - Berlin - Wismar in Berlin geteilt werden soll (die RUNDSCHAU berichtete). Damit würden die drei Lausitzer Bahnhalte Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch wieder ankoppelt und die gesamte Linie erhielte mehr Stabilität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Nach der Studie im Auftrag der Stadt Vetschau und der Großgemeinde Kolkwitz biete die Aufsplittung der RE 2-Linie eine gangbare Lösung. Demnach soll die längste RE-Strecke Brandenburgs in einen Südabschnitt Cottbus - Berlin-Charlottenburg und einen Nordwestabschnitt Wismar - Berlin-Ostbahnhof getrennt werden.Noch im Februar sollen jetzt beide Konzepte im Infrastrukturausschuss des Potsdamer Landtages beraten werden.