| 02:38 Uhr

Spreewälder Bürgerinitiative ohne Scheu vor Kontakten

Antiflüchtlingsparole "Geht nach Hause" in Lübben.
Antiflüchtlingsparole "Geht nach Hause" in Lübben. FOTO: privat
Golßen. Die Bürgerinitiative Zukunft Heimat mit Sitz in Golßen (Dahme-Spreewald) hat offenbar kein Problem mit Kontakten zur Identitären Bewegung. Die im August 2015 gegründete Gruppe organisierte im Spreewald mehrere Demonstrationen mit bis zu 800 Teilnehmern, auf denen sie gegen die Flüchtlingsaufnahme und einen angeblich drohenden "Volksaustausch" demonstrierte. Simone Wendler

An den Aktionen beteiligten sich auch mehrere AfD-Funktionäre.

Bei den vorerst letzten Demonstrationen des Vereins im Frühjahr in Lübbenau und Vetschau wehten aber auch Fahnen der Identitären. Im Gegenzug warb Zukunft Heimat auf seiner Facebook-Seite für eine Veranstaltung der "Identitären" im Juni in Berlin. Ein Foto, das der RUNDSCHAU vorliegt, zeigt Anne Haberstroh, eine von zwei Vereinsvorsitzenden, bei dieser Demonstration.

Im September besuchte Haberstroh auch eine Veranstaltung des rechten Compact-Magazins in Berlin, auf der sich die Identitären ausgiebig vorstellten, auf dem Podium saß auch der BTU-Student Robert T. aus Berlin. In der Warteschlange am Einlass zu der Veranstaltung stand die Zukunft-Heimat-Vorsitzende neben einem bekannten Neonazi aus dem Spreewald.

Fragen, ob es sich dabei um einen Zufall gehandelt habe, weist der zweite Vereinschef, Christoph Berndt, ebenso wie Fragen zu den Kontakten des Vereins zu den Identitären schriftlich zurück: "Private Aktivitäten der Mitglieder" unterlägen keiner Kontrolle durch den Verein. Anne Haberstroh, an die sich die Anfrage ebenfalls ausdrücklich richtete, reagierte gar nicht.

Auf der Facebook-Seite von Zukunft Heimat stammt der letzte Eintrag vom Juli. Dass der Verein im Spreewald inaktiv geworden sei, bestreitet Berndt jedoch. Er kündigt an, der Verein werde voraussichtlich am Reformationstag eine Erklärung abgeben.

Darauf, dass Anhänger der Identitären in der Region unterwegs sind, weist auch ein mit einer Schablone aufgesprühter arabischer Schriftzug hin, der in Luckau und in Lübben aufgetaucht ist. Übersetzt heißt die Schrift "Geht nach Hause". Im Internet brüsten sich die Identitären mit der Verbreitung der Sprühparole in einem Video.