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Sprechende Hände

H ändeschütteln ist bei uns alltägliches Begrüßung- oder Abschiedsritual. Fast ein Automatismus des Körpers: Der Arm hebt sich, man streckt dem Gegenüber die Hand entgegen, der greift sie, dann ein leichter Druck, fertig.

Keine große Sache, könnte man meinen. Zu der wird's aber, wenn das Ritual öffentlich verweigert wird. So wie von US-Präsident Trump, der Kanzlerin Merkel nicht die Hand reichen wollte. Eine beredte Geste. Trump stolpert sich zwar noch durch diplomatische Gepflogenheiten. Die Sprache der Hände beherrscht er aber. Wenn er will. So wie beim Besuch von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Der musste sich geschlagene 19 Sekunden die Hand kneten, schütteln, streicheln lassen. Klar, wer hier das Sagen hat. Abe nicht. Warum Trump Frau Merkel die Hand nicht reichte, weiß nur er. Nach außen war das schlechter Stil, kann aber auch positiv gesehen werden: Merkel kann man nicht plump dominieren. Zur Verabschiedung dann doch ein Handshake. Warum, weiß nur Trump.

bettina.friedenberg@lr-online.de