Tiere spielen auch bei der aktuellen Fußball-EM eine nicht ganz unbedeutende Rolle: Bei den Franzosen prangt ein stolzer Hahn auf der Brust der Spieler, die Deutschen hat der Adler schon zu drei Titeln getragen, und die drei Löwen auf dem Shirt der Engländer werden stets aufs neue hymnenhaft besungen. Kaum eine Spitzenmannschaft kommt also ohne animalische Unterstützung aus.
Das haben sich auch die Vermarkter von Nordmazedonien gedacht und pünktlich zur EM ihre Version eines tierischen Glücksbringers präsentiert: Auf dem neuen Trikot des Underdogs war das Hologramm des Balkanluchses aufgedruckt. „Mit dem Balkanluchs als Nationalsymbol können sich die Nationalspieler und Fans von Nordmazedonien gleichermaßen identifizieren“, hieß es bei der Präsentation.
Doch ebenso schnell wie das scheue, vom Aussterben bedrohte Wesen erschienen war, verschwand es auch wieder von der Vorderseite der Shirts. Der mazedonische Fußballverband zog die Trikots aus dem Verkehr, weil die Fans die Farbe kritisierten. Das Heim-Jersey hatte einen etwas dunkleren Rotton als die Vorgängerversion ohne die Raubkatze. Außerdem war die Sonne, das Flaggensymbol Nordmazedoniens, völlig verschwunden. Sollten die Nordmazedonier also bei ihrer EM-Premiere sang- und klanglos in der Gruppenphase ausscheiden, wissen Sie, wieso: Es hat schlicht am tierischen Beistand gefehlt. Selbst schuld!