Rechenexperten und Buchmacher sehen zwar mehrheitlich Frankreich vorne, aber die schlagen wir ja gleich am Dienstag. Trotzdem ist der Weg damit noch lange nicht geebnet zum vierten EM-Titel. Denn selbst wenn es auch gegen Portugal und Ungarn und anschließend in den K.o.-Spielen passabel liefe, ein Hindernis schwebt von Anfang an über dieser Fußball-Europameisterschaft, begleitet sie auf allen Kanälen – und betrifft die Mannschaft von Jogi Löw sehr speziell: die offizielle Hymne.
Kann das gutgehen für Deutschland mit dieser Hymne? „We Are The People We‘ve Been Waiting For“ heißt sie, oder auf Deutsch: Wir sind die Menschen, auf die wir gewartet haben. Riecht ein bisschen nach Stolz und Eigenlob. Aber tatsächlich geht‘s in dem Song darum, wie die Liebe Hass und Krieg besiegt. Um Fußball geht’s höchstens zwischen den Zeilen.
Das eingängige Liedchen hat aber einen Pferdefuß: Es stammt von einem Holländer. Der 24-jährige DJ Martin Garrix hat die Hymne produziert, und er liefert auch die Einlaufmusik im Stadion und die Mucke für alle offiziellen TV-Übertragungen. Oranje umwabert damit quasi die ganze EM. Dit kan niet waar zijn.
Ein Glück, dass der Liedtext englisch ist und von der kongenialen Hälfte der Band U2 dargeboten wird, von Sänger Bono und Gitarrist The Edge. Und dann heißt es in dem Lied ja auch noch „A heart that hurts is a heart that works“. Ein Herz, das schmerzt, ist ein Herz das funktioniert. Mag unser Herz beim Hören der Hymne ruhig schmerzen aber für „Die Mannschaft“ bis zum Sieg im Finale schlagen.