Der Wattenscheider Amanal Petros und Melat Yisak Kejeta aus Kassel haben sich beim Halbmarathon in Frankfurt durchgesetzt und ein Ticket für die WM am 17. Oktober im polnischen Gdynia ergattert.
Der 25 Jahre alte Petros gewann auf dem abgesperrten Messegelände in 1:03:31 Stunden. Die 27 Jahre alte Kejeta benötigte 1:09:04 Stunden für die 21,0975 Kilometer.
Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig geht davon aus, dass nun zwei komplette deutsche Teams angeführt von Petros und Kejeta nach Polen fahren - sollten die Titelkämpfe wirklich stattfinden. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte bereits im März ein Aufgebot nominiert, dann war die Halbmarathon-WM aber verschoben worden.
Bei den Männern dürfen sich unter anderen noch Simon Boch (Regensburg), Tom Gröschel (Rostock) und Konstantin Wedel (Regensburg), die alle vorher schon die Norm erfüllt hatten, Hoffnung auf einen Startplatz machen.
Bei den Frauen ergänzt die Regensburgerin Miriam Dattke als Zweite in 1:12:09 Stunden das Team. Lokalmatadorin Katharina Steinruck aus Frankfurt verpasste trotz Einstellung ihrer persönlichen Bestzeit von 1:12:23 Stunden als Dritte ihr Ziel, soll aber als Ersatz nominiert werden. Der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius aus Stuttgart, der das Rennen als Training für den London-Marathon am 4. Oktober nutzte, musste wegen Atemproblemen zwei Minuten lang auf der Rundstrecke pausieren und beendete das Rennen als 18.
„Absolut große Klasse, dass der Veranstalter diesen Weg gegangen ist„, lobte die 31-Jährige Steinruck, kritisierte aber den DLV: Der Verband unterstütze die Läufer in dieser Hinsicht nicht, sondern lege den Organisatoren sogar „Steine in den Weg“. „Wo ist das Problem, hieraus eine deutsche Meisterschaft zu machen?“, fragte Steinruck.
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