Ich mag es gern rezent, also herzhaft. Und so habe ich meist auch Schweizer Käse im Kühlschrank. Allen voran Appenzeller, der sich herrlich zu einem Bier wegnaschen lässt. Das klingt doch nach einer perfekten Kombination für das heutige Abendspiel der Schweiz gegen Italien. Ich bin zudem gern für den Underdog, wobei die Nati zuletzt als recht stark bezeichnet wurde. Trotzdem schaffte sie nur ein 1:1 gegen Wales. Da geht es jetzt schon um alles. Bei mir aber auch etwas um den Familienfrieden, denn meine Mutter hat in der Schweiz ihre zweite Liebe gefunden und ist im Herbst mit ihrem Lebensgefährten René zu mir gezogen.
Also haben wir am Wochenende etwas gefachsimpelt – über den Schweizer Fußball und die Schweizer Küche. Zumal ich Mannschaften gern kulinarisch unterstütze oder verputze. Schweizer Bier werde ich auf die Schnelle wohl nicht mehr organisieren können. Dafür liegen aber noch ein paar Schweizer Weine im Keller, meinte René, und will Teigwaren machen. Besser gesagt: Spaghetti carbonara. Die mögen offenbar auch die Schweizer, die – so René – nicht nur Gerichte der italienischen Küche für ihre Gaumen adaptiert haben. Soll mir egal sein. Der Schweizer Sieg ist mir wichtiger, denn dann geht René auch fröhlicher gestimmt in seinen morgigen Geburtstag. Also: Hopp Schwiiz!