Frau W. ist beim Blick in den Kleiderschrank nicht immer glücklich. „Wozu brauchst du die ganzen Plastik-Trikots? Die müffeln doch so schnell“, wird der Göttergatte schon mal gefragt. Dabei ist die Sache ganz einfach. Wenn ich bei einer EM ein Fußballspiel schaue, dann gerne im Trikot meines Favoriten. Obwohl, das klappt nicht immer. Zum Beispiel beim Duell zwischen Spanien und Schweden. Ich konnte mich zwischen dem schönen Roten der Iberer und dem goldenen 100-Jahre-Verbandsfeier-Hemd der Skandinavier irgendwie nicht entscheiden. Habe jedes also eine Halbzeit getragen. Gut, dass die Partie 0:0 ausging. Und nicht immer ist das Trikot der Wahl rechtzeitig zu erwerben. In diesem Jahr war das Jersey der Finnen zu einem akzeptablen Preis nicht aufzutreiben.
Bei Spielen der deutschen Mannschaft ist es einfacher. Davon hängen vier Stück im Schrank. Obwohl! Ganz so einfach ist das ja doch nicht. Welches soll ich tragen, welches bringt der Mannschaft mehr Glück? Das grüne Retro-Shirt von der WM 1974? Das rot-schwarze Flamengo-Trikot von 2014? Das weiße von 2016, das gegen Portugal half? Welches ich am Mittwoch gegen Ungarn trage? Weiß ich noch nicht. Aber bei den Temperaturen ist so ein atmungsaktives Trikot doch das Richtige. Da kann Frau W. sagen, was sie will.