Roland Münzer ist beim VfB Weißwasser und seinen Vorgängervereinen Nachwuchstrainer, seit er 1989 seine erste Trainer-Lizenz erworben hat. Seine D-Junioren spielen in Sachsen aktuell in der Oberlausitzer Kreisoberliga. Im Rundschau-Interview spricht  der 59-Jährige darüber, welche Rolle Kopfbälle im Jugendfußball spielen, wie und wann sie trainiert werden und welche Faktoren es für sicheres Kopfballspiel gibt.

Herr Münzer, welche Altersklasse von jungen Fußballern trainieren Sie in Weißwasser?

Ich bin Trainer im D-Jugend-Bereich. Die Kinder in diesen Mannschaften sind also 12 oder 13 Jahre alt.

Welche Rolle spielt in diesen Jugendmannschaften das Kopfballtraining?

Wir fangen in dieser Altersstufe mit dem Kopfballtraining langsam an. Allerdings benutzen wir dazu leichte Bälle, um die Stöße gering zu halten. Und wir machen es nur selten, etwa einmal im Quartal. Es geht darum, die richtige Haltung und Technik zu lernen.

Worauf kommt es dabei an?

Wichtig ist vor allem Stabilität im Oberkörper, Nacken und Kopf, und dass der Ball mit dem richtigen Teil der Stirn getroffen wird.

Warum beginnen Sie gerade in diesem Alter damit, das Kopfballspiel zu lehren?

Im D-Jugend-Fußball und vor allem in den darauffolgenden Altersstufen beginnt es notwendig zu werden, auch aktiv mit dem Kopf zum Ball zu gehen. Das ist dann notwendig, um Tore zu machen und gehört zum Fußball. Darauf müssen wir die Spieler vorbereiten. Also müssen die Spieler dann lernen, wie sie kontrolliert ihren Kopf einsetzen.

Was kann man im Training tun, um das Lernen so schonend wie möglich zu gestalten?

Wir lassen die Kinder Kopfbälle mit geringer Intensität machen: Die Bälle werden also über einen kurzen Raum zugeworfen, und natürlich nicht als scharfe Flanken geschlagen. Außerdem benutzen wir dazu Softbälle.

Was trägt außer dem Vermeiden von Kopfbällen und richtiger Technik noch dazu bei, dass man Schäden durch Kopfbälle vermeiden kann?

Ein Problem, das wir dabei haben, ist dass die Kinder heute mit schlechterer Agilität und Handlungsschnelligkeit zu uns kommen als das früher der Fall war. Gewandtheit ist aber auch ein Faktor dafür, zum Beispiel nicht unerwartet von Bällen am Kopf getroffen zu werden und sich richtig auf den Ball zu zu bewegen.

Hatten Sie schon einmal Probleme mit Kopfverletzungen im Zusammenhang mit dem Kopfballspiel?

Mir sind in meiner bisherigen Trainertätigkeit keine solcher Probleme bekannt, nein. Daniel Roßbach

  • Die Rundschau zählt die Tage runter bis zum Rückrunden-Start im Lausitzer Amateurfußball am Wochenende. Lesen Sie morgen im zweiten Teil des Countdowns: Spannung wie in der Bundesliga – die Kreisoberliga Niederlausitz bietet den engsten Titelkrimi in der gesamten Lausitz.

Neue Protokolle für Kopfverletzungen bei Verbänden in Arbeit


Im Fußball gelten vor allem wiederholte Schläge auf den Kopf als gefährlich. Ein Protokoll, um damit umzugehen, gibt es weder im Profi- noch im Amateurfußball. Das Regel-Gremium IFAB hat eine verpflichtende 10-minütige Behandlungspause bei Kopfverletzungen vorgeschlagen. Die DFL führt seit der laufenden Saison jährlich neurologische Untersuchungen durch.