Das Traumfinale ist perfekt: Angeführt vom nervenstarken Olympia-Dritten Dimitrij Ovtcharov und Altmeister Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Männer in einem erneuten Krimi das Olympia-Endspiel gegen Seriensieger China erreicht. Zusammen mit Patrick Franziska bezwangen sie Gastgeber Japan mit 3:2 und kämpfen am Freitag (12.30 Uhr MESZ) um Gold.
Während Boll, 40, mit Siegen in Doppel und Einzel zum Matchwinner wurde, schrieb Ovtcharov Geschichte: Der 32-Jährige hat seine sechste Olympia-Medaille sicher – kein anderer Spieler hat diese Marke erreicht. Gold fehlt dem zweimaligen Europameister allerdings noch. Das kann er am Freitag holen, China ist dann jedoch Top-Favorit. Seit der Premiere des Teamwettbewerbs 2008 hat die Tischtennis-Großmacht alle Spiele bei Olympia gewonnen, darunter auch die Duelle mit Deutschland im Finale 2008 und Halbfinale 2012.
Im Tokyo Metropolitan Gymnasium sorgten Boll und Franziska (Düsseldorf/Saarbrücken) mit einem 3:2 im Doppel gegen Jun Mizutani/Koki Niwa für einen Start nach Maß. Ovtcharov verlor das Topspiel gegen den 18 Jahre alten Tomokazu Harimoto (1:3), doch Boll stellte gegen Mixed-Olympiasieger Mizutani (3:1) den alten Abstand wieder her. Nach Franziskas knapper Niederlage gegen Senkrechtstarter Harimoto (2:3) behielt Ovtcharov im entscheidenden Match gegen Niwa die Nerven (3:0).
Die deutschen Frauen verpassten dagegen das Finale. Petrissa Solja, Han Ying und Shan Xiaona unterlagen dem Topfavoriten China in einer Neuauflage des Endspiels von 2016 mit 0:3 und kämpften bereits am frühen Donnerstagmorgen gegen Hongkong um Bronze. „Das ist kein Beinbruch. Das Spiel morgen zählt mehr als das Spiel heute“, sagte Bundestrainerin Jie Schöpp. China hat seit 2008 alle 16 Team-Begegnungen mit 3:0 gewonnen, den Gegnerinnen gelangen dabei nur zwölf Satzgewinne – einen davon holte am Mittwoch Sportsoldatin Solja gegen Olympiasiegerin Chen Meng.