Die Lausitzer Füchse haben einen großen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht. Dieser Schritt war allerdings alles andere als leicht. In einer erneut umkämpften Partie setzte sich Weißwasser am Sonntagabend gegen den ESV Kaufbeuren mit 6:5 nach Verlängerung durch. Die Füchse liegen in der Viertelfinal-Serie nach dem Modus „best of seven“ jetzt mit 3:1 vorn. Spiel Nummer fünf findet am Dienstag in Kaufbeuren statt (19.30 Uhr).

„ESW wir lieben dich!“ Die Fans der Lausitzer Füchse stimmten das Loblied auf ihr Team bereits nach wenigen Spielminuten an. Erst die Vertragsverlängerung von Trainer Corey Neilson (siehe Infobox), dann auf dem Eis ein echter Blitzstart der Gastgeber – die 2979 Zuschauer in der ausverkauften Eisarena in Weißwasser erlebten in der Startphase einen Rausch in Blau und Gelb. Charlie Jahnke traf nach nur zwei Minuten zur 1:0-Führung. Cedric Schiemenz erhöhte kurz danach auf 2:0 (4.). Die Halle bebte, die Fans feierten – und die Spieler offenbar auch.

Denn nach dem Rausch schlich der Kater auf das Eis. Branden Gracel (13.) und Jonas Wolter (14.) sorgten mit ihrem Doppelpack für den 2:2-Ausgleich. Die Füchse hatten nach dem Rausch-Start kurzzeitig das Spielen eingestellt und wurden prompt bestraft. Immerhin sorgte Clarke Breitkreuz ebenfalls noch im ersten Drittel für die erneute Füchse-Führung (3:2/18.).

Doch dieses Spiel flipperte weiter zwischen Rausch und Kater hin und her. Erst Kater: Nach dem Wiederbeginn kamen die Gäste zum erneuten Ausgleich durch Branden Gracel (28.). Dann wieder Rausch: David Kuchejda streichelte in der 38. Minute den Puck zum 4:3 über die Linie.

Und auch im dritten Drittel ging das Duell Rausch gegen Kater weiter. Erst erzielte Füchse-Kapitän Anders Eriksson das 5:3 (55.), dann traf Sami Blomqvist zwei Mal für Kaufbeuren (56./60.) und hievte die Gäste doch noch in die Verlängerung.

Hier lautete die ultimative Frage: Rausch oder Kater? Es wurde eine rauschende Verlängerung, denn in der 66. Minute donnerte Vincent Hessler den Puck zum umjubelten Siegtreffer ins Netz.

Spiel Nummer drei hatten die Lausitzer Füchse am Freitagabend in Kaufbeuren mit 3:2 gewonnen. Sie gerieten dabei zwar in Rückstand, bauten aber ab dem zweiten Drittel mit dem gewohnt schnellen Eishockey viel Druck auf. Angetrieben vom überragenden Jeff Hayes spielten die Gäste immer wieder ihre Schnelligkeitsvorteile aus und damit den Kontrahenten müde. Steve Saviano (25.), Cedric Schiemenz (30.) und Charlie Jahnke (35.) brachten Weißwasser mit drei Treffern auf die Siegerstraße.

Anders als das XXL-Duell vor einer Woche beim denkwürdigen Start in diese Viertelfinal-Serie war die Partie im Allgäu diesmal bereits nach 60 Minuten beendet.

Andreas Brockmann (Trainer ESV Kaufbeuren): „Es ist schwer, wenn du immer einem Rückstand hinterherläufst. Aber die Mannschaft Charakter und Willen gezeigt. Eine Niederlage in der Verlängerung ist immer hart. Aber es ist eine Playoff-Serie. Und diese Serie ist noch nicht vorbei.“

Corey Neilson (Trainer Lausitzer Füchse): „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Heute war es ein ausgeglichenes Spiel. Für die Fans war das ein sehr aufregendes, schnelles Spiel mit vielen Chancen. Die Duelle gegen Kaufbeuren sind eine echte Herausforderung.“

Komplette Statistik

Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren 6:5 n.V. (3:2, 1:1, 1:2/1:0)

Tore: 1:0 Jahnke (2.), 2:0 Schiemenz (4.), 2:1 Gracel (13.), 2:2 Wolter (14.), 3:2 Breitkreuz (18.), 3:3 Gracel (28.), 4:3 Kuchejda (38.), 5:3 Eriksson (55.), 5:4 Blomqvist (56.), 5:5 Blomqvist (60.), 6:5 Hessler (66.); Schiedsrichter: Brill/Klein; Zuschauer: 2979 (ausverkauft); Strafminuten: 12/14.

Playoff-Stand (“best of seven“): 3:1

Das nächste Spiel: ESV Kaufbeuren – Lausitzer Füchse am Dienstag um 19.30 Uhr.

Bildergalerie 24.03.2019, Weisswasser, Lausitzer Fuechse vs. ESV Kaufbeuren..Jere Laaksonen (39, ESV Kaufbeuren), Steve Saviano (12, Lausitzer Fuechse)