Saisonstart bei den Lausitzer Füchsen, es ist die Zeit für Eishockey-Träumereien. Am Freitag geht der Zweitligist in Weißwasser mit dem Spiel gegen die Wölfe Freiburg in die neue DEL2-Saison. Und bevor der erste Puck fliegt, ist im Fuchsbau in diesen Tagen überraschend oft das Wort „Meisterschaft“ zu vernehmen. Im zweiten Jahr unter Trainer Corey Neilson, der nach der zurückliegenden Rekord-Saison als „Coach des Jahres“ ausgezeichnet worden war, steigt die Erwartungshaltung im Fuchsbau. Ist der erste DEL2-Titel für die Füchse tatsächlich möglich?

Fakt ist: Neilson durfte die Mannschaft nach seinen Wünschen zusammenstellen – natürlich gemeinsam mit Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Der offenbarte am Mittwoch bei der Pressekonferenz vor dem Saisonstart, dass etwas mehr Geld als in der Vorsaison ins Team investiert wurde. So konnten die Weißwasseraner mit Mike Hammond und Robert Farmer zwei britische Nationalspieler verpflichten. Der Kanadier Darcy Murphy vervollständigt eine mögliche erste Reihe der Füchse, die es in sich haben soll. Allesamt haben sie unter Neilson gespielt, auf alle drei hält der Trainer große Stücke.

Und deshalb sagt auch der neue Weißwasseraner Kapitän Clarke Breitkreuz klipp und klar: „Als Sportler sollte man immer das höchste Ziel haben und unser Ziel sollte es sein, nach dem Titel zu greifen.“ Er beschreibt: „Wir haben eine sehr gute Mischung – die neuen Spieler sind großartige Charaktere. Wir haben schon einen fantastischen Teamgeist.“

Natürlich müssen die Füchse auch erst einmal ein paar gemeinsame Bewährungsproben bestehen, um die tatsächliche Stärke auf und neben dem Eis zu erkennen. Doch auch Coach Neilson strahlt sehr viel Zuversicht aus: Er fühle keinen höheren Druck, weil er nach den 92 sensationellen Punkten in der Vorsaison nun auch noch seine Wunschspieler verpflichten durfte, so der Kanadier. Er betont indes: „Nur ich selbst mache mir hohen Druck. Ich will jedes Spiel gewinnen, immer.“ Das Ziel „Meisterschaft“ quittiert er mit einem Lächeln, das wohl bedeuten soll: Wegen nichts anderem bin ich hier.

Füchse-Geschäftsführer Rohrbach will die Euphorie nicht bremsen, auch wenn er weiß, dass die Fallhöhe mit dem Titel-Ziel sehr hoch sein kann. Das Weißwasseraner Urgestein betont: „Wichtig ist für uns, dass wir wieder die Begeisterung in die Stadt tragen. Wir wollen attraktives Hockey anbieten. Und ich denke schon, dass die direkte Qualifikation für die Playoffs unser Ziel sein sollte. Allerdings werden wieder Kleinigkeiten entscheiden.“

An diesen Kleinigkeiten wird aktuell im Fuchsbau gearbeitet. Zum Beispiel kümmert sich Rohrbach persönlich darum, dass die Einbürgerung des tschechischen Angreifers TomᚠAndres schnell vonstatten geht. Ob das bis Freitag gelingt, ist offen. Fest steht indes, dass Marvin Cüpper von den Eisbären Berlin einen Vertrag in Weißwasser erhält. Er soll am Freitag als Ersatzkeeper dabei sein (siehe Extra-Text).

Trotz aller Zuversicht starten die Füchse erneut auch in eine Saison der Ungewissheit. Rohrbach beschreibt: „Es ist schwer, die Stärke der anderen Teams jetzt schon einzuschätzen.“ So habe sich beispielsweise Bad Tölz namhaft verstärkt, nachdem die Löwen in der Abstiegsrunde lange um den Klassenerhalt hatten kämpfen müssen. Ansonsten nennt er Bietigheim, Dresden, Frankfurt und Kassel als mögliche Favoriten.

Und die Füchse? Trainer Neilson betont, dass er auch in diesem Spieljahr wenig auf die Konkurrenz schauen wolle. Er setzt weiter auf junge Spieler und schnelles Hockey. Der Kanadier betont, dass man auf diesem Weg sehr erfolgreich gewesen sei: „Wir haben alle überrascht, weil wir anders gespielt haben als alle dachten.“ Das will er beibehalten – und Neilson betont: „Die Mannschaft ist aktuell schon weiter als im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit.“ Kein Wunder, dass bei diesen Einschätzungen die Titelträume weiter reifen.