Von Frank Noack
und Steven Wiesner

Der Seufzer aus Bayreuth war bis in die Lausitz zu hören. Die Lausitzer Füchse können etwas aufatmen nach dem 5:3-Erfolg am Sonntag gegen die Tigers. Nach vier Spielen und drei Niederlagen hatte Weißwasser bereits unter Druck gestanden und musste fast schon punkten, um den Start in der 2. Deutschen Eishockey Liga (DEL2) nicht vollends zu vermasseln. Doch das Team hielt dem Druck stand, auch nachdem eine 3:0-Führung im letzten Drittel fast schon aufgebraucht war und die Bayern mit aller Macht auf den Ausgleich drängten.

Füchse-Trainer Corey Neilson war deswegen auch gut gelaunt: „Ich bin froh über den Sieg und mit dem Ergebnis zufrieden.“ Eishockey sei „ein lustiges Spiel“, sagte Neilson. „Wir haben drei starke Spiele abgeliefert und alle verloren. Heute hatten wir gute und schlechte Zeiten.“ Erstmals seit dem 1. Spieltag gegen Freiburg aber konnten die Füchse nun endlich auch mal wieder gewinnen in diesem lustigen Spiel.

Weniger amüsant aber ist die bisherige Strafzeiten-Bilanz der Füchse. Denn auch gegen Bayreuth war die Strafbank üppig gefüllt. 20 Minuten, also ein komplettes Drittel, saßen die Füchse in Bayreuth in der Kühlbox ab. Nur Frankfurt (39), Bad Tölz (38) und Bietigheim (37) haben bisher mehr Zwei-Minuten-Strafen kassiert als Weißwasser (34) – alle drei aber haben auch schon ein Spiel mehr gespielt. „Wir haben zu viele Strafe genommen“, sagte auch Geschäftsführer Dirk Rohrbach, obschon das Penalty Killing bis auf den Gegentreffer zum 1:3 diesmal gut funktioniert hat.

Überdies monierte Rohrbach „eine gewisse Bequemlichkeit, die im Verlauf des Spiels eingezogen ist. Wir haben damit den Gegner eingeladen. Das war unnötig. Wir müssen lernen, dass wir über 60 Minuten Power-Eishockey spielen müssen.“

Trotz des durchwachsenen Starts mit acht Punkten aus fünf Spielen gab Coach Neilson zu bedenken: „Es ist wichtig hier in Weißwasser, dass wir nicht vergessen, wer wir sind. Wir haben in den ersten Spielen teilweise gegen richtig gute und teure Gegner gespielt – und wir haben gut gespielt." Die Fähigkeiten seiner Spieler seien zwar besser als im Vorjahr, "aber die anderen Teams haben auch zugelegt. Diese DEL2 ist richtig gut. In der vergangenen Saison haben wir den Gegner oftmals in den ersten beiden Dritteln müde spielen können. Das funktioniert jetzt nicht mehr so einfach. Aber die Saison ist lang, wir haben noch viele Dinge zu verbessern.“

Die nächste Möglichkeit dazu gibt es am Mittwoch (19.30 Uhr). Dann trifft Weißwasser nicht nur auf den EV Landshut, sondern auch auf Ex-Manager Ralf Hantschke.