In Deutschland wird vor den Olympischen Sommerspielen kein Turn-Weltcup stattfinden. Nachdem das Cottbuser Turnier der Meister als Einzel-Weltcup bereits wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, haben die Organisatoren nun auch die Idee eines Mehrkampf-Weltcups für dieses Jahr verwerfen müssen.
Der langjährige Weltcup-Veranstalter hatte geprüft, ob Cottbus als Ersatz-Austragungsort für den eigentlich in Stuttgart beheimateten Mehrkampf-Weltcup in Frage kommt. Die Verschärfung des Lockdowns und der Einreisebedingungen in Deutschland wie auch die Dynamik der Verbreitung der neuartigen Mutation des Sars-Cov-2-Virus machen eine Austragung nun aber unmöglich.

Turnierleiter und Turnbund haben „alles Erdenkliche versucht“

„Wir hätten den Athletinnen und Athleten sehr gerne eine Wettkampfbühne und die Chance einer Olympia-Qualifikation gegeben, aber in der aktuellen Situation heißt es vor allem verantwortungsbewusst zu handeln“, erklärte Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt am Dienstag.
Bereits zum zweiten Mal war wegen der Corona-Situation auch der DTB-Pokal in Stuttgart abgesagt worden. „Sowohl in Stuttgart als auch in Cottbus hat man alles Erdenkliche versucht, um die jeweilige Veranstaltung unter den aktuellen Bedingungen und ggf. auch ohne Zuschauer umsetzen zu können. Wir hoffen, dass wir bald wieder in der Lage sein werden, den Turnfans ihren Sport anbieten zu können“, erklärte DTB-Präsident Alfons Hölzl.

Traum von Turn-Superstars in Cottbus ist geplatzt

Das 45. Turnier der Meister, das als Einzel-Weltcup Ende Februar stattfinden sollte, wurde bereits Mitte Januar abgesagt. Einer der Gründe war die hohe Teilnehmer-Zahl der Sportler und Trainer. Etwa 700 Anmeldungen lagen vor. Doch wegen der anhaltenden Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie wäre die Lausitz-Arena als Austragungsort zu klein gewesen.
Mit der Absage des Einzel-Weltcups stieg gleichzeitig allerdings die Hoffnung auf einen Mehrkampf-Wettbewerb. An dem nehmen nämlich nur die 24 weltbesten Athleten teil. Mit Trainern und Betreuern wären so nur etwa 120 Besucher zusammengekommen. Auch die Superstars der Turnszene, wie die US-Amerikanerin Simone Biles hätten in Cottbus antreten können. Doch dieser Traum ist nun zerplatzt.