„Projekt Sub7/Sub 8“ ist der geheimnisvolle Name für einen ambitionierten wie spektakulären Rekordversuch im Triathlon in der Lausitz. Vier der weltbesten Athletinnen und Athleten wollen am Pfingstwochenende auf der Ironman-Distanz (3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen) zwei „Schallmauern“ durchbrechen.
Dazu werden im Senftenberger See und auf dem benachbarten Lausitzring (Oberspreewald-Lausitz) fast Laborbedingungen geschaffen, was einen Vergleich mit „normalen“ Ironman-Wettbewerb nahezu unmöglich macht.

Als erste Menschen unter sieben Stunden

Im „Projekt Sub7“ wollen der Norweger Kristian Blummenfelt (Olympiasieger 2021, amtierender Ironman-Weltmeister) und der Weltranglisten-Zwölfte Joe Skipper aus Großbritannien die Strecke als erste Menschen unter sieben Stunden zurücklegen.
Blummenfelt stellte im November 2021 in Mexiko die Weltbestzeit in 7:21:12 Stunden auf. Im „Projekt Sub8“ nehmen die Schweizer 2012-Olympiasiegerin Nicola Spirig und die Britin Katrina Matthews (2. WM 2021) die 8-Stunden-Marke ins Visier. Die Weltbestzeit steht seit 2011 bei 8:18:13 Stunden, gehalten durch die Britin Chrissie Wellington in Roth.

Zwei Schlüsselelemente für den Rekord

„Dies ist ein außergewöhnlicher Rekordversuch, bei dem für unsere Athleten alles stimmen muss“, sagt Chris McCormack, zweimaliger Ironman-Weltmeister und CEO des Veranstalters Mana Sports am Donnerstag auf dem DEKRA Lausitzring. „Bei unserem Versuch geht es um zwei Schlüsselelemente: Geschwindigkeit und Zeit.
Der Lausitzring bietet unseren Athleten ein unvergleichliches Umfeld, um die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit zu überwinden“, ergänzte McCormack. Einzig der Wind könne stören und sei immer da, erklärte Spirig am Donnerstag.
Im Oktober 2021 hatte ein Extremsportler trotz Regens den deutschen Geschwindigkeitsrekord auf dem Fahrrad geknackt. Er raste mit 166,2 Stundenkilometern über die Strecke in Klettwitz.

Optimale Bedingungen auf dem Lausitzring

Für die Organisatoren biete der Brandenburger Lausitzring bei Zeitzone, Klima, Wind, Höhe und Streckenführung optimale Voraussetzungen. Im Senftenberger See wird auf einer nahezu schnurgeraden Strecke geschwommen.
Auf dem 5,85 Kilometer langen Testoval des Lausitzrings mit seinen überhöhten High-Speed-Kurven werden Rad- und Laufstrecke absolviert, jeweils unterstützt von Tempomachern. „Es wird großartig sein, an einem Ort zu fahren, der für Geschwindigkeit steht und die Kombination aus optimalen Wetterbedingungen und einer schnellen, flachen Strecke bietet“, erklärte der Norweger Blummenfelt.

Prominente Helfer sind am Start

Für den Rekordversuch haben alle Sportler prominente „Hasen“ verpflichtet, darunter Alex Dowsett. Der britische Radprofi aus dem Israel-Premier-Tech-Team fuhr vor kurzem noch den Giro d’Italia und stellte 2015 einen Stunden-Weltrekord auf der Bahn auf. Die Pacemaker sollen auf den langen Geraden des Lausitzrings die richtige Geschwindigkeit vorgeben und möglichst viel Windschatten sorgen.
Windschatten-Fahren ist normalerweise verboten, Experten rechnen mit einer Kraftersparnis von bis zu 30 Prozent. Auch die Neopren-Anzüge für das Schwimmen dürfen dicker als gewöhnlich sein und verleihen damit mehr Auftrieb. Skipper peilt sogar eine Zeit von 6:46 Stunden und dürfte damit ab etwa 14.30 Uhr im Ziel zu erwarten sein. Start für die Frauen ist am Sonntag um 7 Uhr, die Männer gehen um 8 Uhr ins Wasser.