Als der Deutsche Tennisbund im Jahre 1902 gegründet wurde, spielte man in Spremberg (Spree-Neiße), der kleinen Industriestadt an der Spree, schon vier Jahre Tennis. Das, was unter dem damaligen Namen „Lawn-Tennis Club Spremberg Lausitz“ als zartes Pflänzchen empor wuchs, stabilisierte sich innerhalb von zwei Jahrzehnten zum sportlichen Aushängeschild von Süd-Brandenburg.

Über den ersten Wettkampfbetrieb entwickelten sich viele Tennis-Freundschaften vornehmlich mit den inzwischen entstandenen Tennis-Vereinen in Cottbus und der Lausitz.

Nach dem Umzug aus der Spremberger Innenstadt zum Schomberg – der heutigen Sechsplatz-Anlage in der Drebkauer Straße – vollzog sich unter dem Namen „Blau Gold“ eine besonders positive Entwicklung. Bis zum Ende der 30er-Jahre wirkte die neue Sportstätte wie ein Magnet auf den Mitgliederzulauf. Sprembergs Tennisspieler erwarben sich bereits damals einen guten Ruf, und wer in der Lausitz ein Turnier gewinnen wollte, musste erst einmal die Spremberger Teilnehmer, unter anderem Schulze, Adam, Jacobi und Festerling, besiegen.

Zu den sportlichen Höhepunkten dieser Zeit zählten besonders die Gastspiele des Berliner Schlittschuhclubs mit der damaligen Deutschen Meisterin Ursula Rosenow.

Nach dem II. Weltkrieg befand sich die Tennisanlage in einem katastrophalen Zustand. Von den Spielfeldern keine Spur und vom Clubhaus standen lediglich noch die Außenwände. Mit viel Liebe, Engagement und beispiellosem Kameradschaftsgeist gelang einer Handvoll Unentwegter der Neuanfang. Namen wie Charlotte Hunecke, Toni Wirth, Günter Balting, Heinz Kowalla sowie Gerhard und Günter Schmidt haben den Spremberger Tennissport – nunmehr unter dem Namen BSG Einheit – in den Nachkriegsjahren geprägt.

Nun waren die 60er- und 70er-Jahre zur Aufrechterhaltung, geschweige denn zur Förderung des Tennissports in der DDR nicht gerade von Sonnenschein überhäuft. Die BSG Einheit profitierte allerdings von guten Verbindungen zu den Produktionsbetrieben von Kreide (für die Spielfeldlinien), Maschendraht und Ziegelmehl.

Und trotzdem wurde mit viel Eigeninitiative der Vereins-Mitglieder gerade in dieser Zeit aus einer Vierer- eine zuschauerfreundliche Sechs-Platzanlage geschaffen, wo alle Spielfelder räumlich voneinander getrennt und von hohem Baumbestand windgeschützt umrahmt sind. Einschließlich des gemütlichen Clubhauses ist es eine moderne Tennisanlage, die nicht nur im Rahmen des Spielbetriebs des Tennis-Verbandes Berlin-Brandenburg große Beliebtheit erlangt hat, sondern zum Ausrichter repräsentativer Veranstaltungen wurde.

Besonders erwähnenswert ist der hart umkämpfte Dreisatz-Finalsieg beim Internationalen Werner-Seelenbinder-Gedenkturnier des oftmaligen DDR-Meisters Peter Fährmann aus Berlin gegen den Daviscup-Spieler Richard Schönborn aus Prag, der in der Folge viele Jahre Cheftrainer des Deutschen Tennis Bundes (DTB) war. Ein Kuriosum: Beide Finalisten fanden bei der abendlichen Festveranstaltung im Clubhaus mit Hannelore Seifert und Bärbel Menzel aus Spremberg ihr Eheglück!

Die Ausrichtung der Bezirksmeisterschaften von Cottbus und später von Süd-Brandenburg in Spremberg mit bis zu 72 Teilnehmern waren inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden, bei denen der Gastgeber bis zum heutigen Tage neben einer Vielzahl von Medaillenplätzen auf 23 Titelgewinne im Herren-Einzel und sieben im Damen-Einzel verweisen kann.

Eine fantastische Entwicklung gab es seit den 60er-Jahren im Mannschaftssport der Herren mit zehn Bezirksmeister-Titeln und sechsjähriger Mitgliedschaft überregional in der Verbandsliga. Es folgten Wettkampfverbindungen zum vielfachen DDR-Meister Motor Mitte Magdeburg und international in die Slowakei, nach Prag und Budapest. In den 90er-Jahren folgten natürlich bundesweite Vergleichskämpfe mit Wolfsburg und Saarbrücken.

Bei der positiven Entwicklung des Spremberger Tennissports von der Gründung vor 120 Jahren bis zum heutigen Tage darf die Werterhaltung der Tennisanlage in all den Jahrzehnten ausnahmslos individuell durch die Vereinsmitglieder nicht außer Acht gelassen werden. Eine fachgerechte Runderneuerung besonders der Spielfelder war lange fällig. Dies geschieht nun seit September durch eine Fachfirma aus dem Raum Leipzig aus Mitteln des Landes Brandenburg im Rahmen des Kommunalen Infrasrukturprogramms.

Beim kegelförmig zusammengeschobenen Unterbau aller sechs Spielplätze konnten dem Betrachter aus der Tennisszene schon die Tränen kommen.

Bis zum Wintereinbruch erfolgt nun die Erneuerung des Tennenbelages inklusive Unterbau, eine Erneuerung des Entwässerungssystems, eine Ergänzung der Beregnunganlage sowie der Netze und Spielfeldmarkierung – in der Hoffnung, dass alle diese Maßnahmen zur weiteren Beliebtheit des attraktiven Spremberger Tennisclubs und seiner Mitgliederentwicklung beitragen.