"Auf den letzten Metern habe ich gedacht: Britta, jetzt wird nicht mehr geatmet, jetzt nur noch anschlagen", sagte Steffen, "ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Schön, wie viele Leute sich mit mir freuen." Steffen wurde mit Gratulationen und Komplimenten überschüttet. "Das ist Wahnsinn", sagte Doppel-Weltmeister Paul Biedermann, "sie hat alles erreicht, was sie erreichen konnte." Bundestrainer Dirk Lange fand es "einfach super. Sie ist am Ziel." Steffen erwischte einen guten Start, bei der Wende war Titelverteidigerin Lisbeth Trickett aus Australien noch vorn. Steffen nahm alle Kraft zusammen - und schlug souverän als Weltmeisterin an. Im Ziel umarmte sie Trickett, die sich in 52,93 Sek. mit Bronze begnügen musste. Silber ging in 52,87 Sek. an die Britin Francesca Halsall. Steffen bekam sich kaum ein: "Nicht viele haben das Glück, Olympiasiegerin und Weltmeisterin zu werden. Das ist so toll, dass ich mir diesen Traum erfüllen kann." Viel Zeit zum Feiern hatte Britta Steffen am Freitag nicht. Schon an diesem Samstag hat sie Vorlauf und Halbfinale über 50 Meter Freistil auf dem Programm - und wird in der Lagen-Staffel gebraucht. Britta Steffen wird danach einmal eine Auszeit nehmen. Die Studentin für Wirtschafts-Ingenieurwesen wird Ende September für sechs Wochen nach Australien gehen, um ihr Englisch aufzubessern. Langfristiges Ziel sind die Olympischen Spiele 2012. "Es gibt immer wieder neue Motivation", hatte Britta Steffen schon vor der WM gesagt, "London klingt für mich reizvoll, weil meine Eltern versprochen haben, dort zuzuschauen. Meine Eltern waren noch nie auf einem internationalen Wettkampf. Dafür lohnt es sich doch."Benjamin Starke verpasste als Zehnter über 100 Meter Schmetterling in 51,31 Sekunden den Endlauf, nachdem der deutsche Meister im Vorlauf in 51,22 Sekunden deutschen Rekord geschwommen war. Milorad Cavic stellte im Halbfinale in 50,01 Sekunden einen Weltrekord auf. Starke startet noch in der Lagen-Staffel.Nadja Higl aus Serbien hat überraschend den Titel über 200 Meter Brust gewonnen In 2:21,62 Min. verwies sie die kanadische Weltrekordhalterin Annamay Pierse (2:21,84) auf Platz zwei. Aaron Peirsol aus den USA siegte über 200 Meter Rücken in Weltrekord-Zeit von 1:51,92 Min. Mit Europarekord (2:07,64) hat der Ungar Daniel Gyurta über 200 Meter Brust gewonnen. Die 4 x 200-Freistilstaffel ging ebenfalls mit Weltrekord an die USA, das deutsche Quartett mit Doppel-Weltmeister Paul Biedermann belegte Platz sechs. dpa/tus