13 Olympia-Medaillen (drei Olympia-Siege), 78 WM-Medaillen (darunter 29x Gold) sowie mehr als 100 EM-Medaillen – Detlef Uibel ist der erfolgreichste Bundestrainer im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und einer der erfolgreichsten im gesamtdeutschen Sport. Dafür wurde der 59-jährige Cottbuser nun mit einer hohen Auszeichnung bedacht. Im Rahmen der Ehrung der „Sportler des Jahres“ in Baden-Baden wurde Uibel am Sonntag vom Deutschen Olympischen Sportbund als Trainer des Jahres geehrt. Die Laudatio hielt einer seiner erfolgreichsten Fahrer, Maximilian Levy vom RSC Cottbus.

Schon in seiner eigenen Sportlerkarriere konnte Detlef Uibel zahlreiche nationale Titel sowie zwei WM-Bronzemedaillen im Sprint (1977 bei den Junioren, 1981 bei den Amateuren) gewinnen, bevor er nach der Wende Trainer im BDR wurde. Zunächst war er dort für die Junioren verantwortlich, seit 1996 für die Eliteklasse. Was Uibel auszeichnet, ist sein gutes Gespür für Athleten, für die Zusammensetzung von Sprinter-Teams, seit Jahren das Aushängeschild im Bahnbereich des BDR. Er ist in seinem Handeln stets konsequent, manchmal hart, aber immer gerecht. Uibel hat im BDR ein funktionierendes Trainings- und Wettkampfsystems installiert und erfolgreich Wissenschaft und Technik eingebunden.

Der erste Olympiasieg der Teamsprinter im Jahr 2004 in Athen (René Wolff, Stefan Nimke, Jens Fiedler) gehört zu Uibels nachhaltigsten Erlebnissen als Bundestrainer. Unvergessen ist auch der sensationelle Erfolg von Miriam Welte und Kristina Vogel (ebenfalls im Teamsprint) bei den Spielen in London (2012) und Vogels Goldmedaille im Sprint in Rio (2016). „Der dreifache Titelgewinn von Kristina Vogel 2014 bei der WM ist auch ein absoluter Höhepunkt. Das sind einmalige Ergebnisse, die sich nicht so einfach wiederholen lassen“, sagt Uibel, der in diesem Jahr miterleben musste, wie seine beste Athletin, Kristina Vogel, bei einer Trainingseinheit in Cottbus schwer stürzte und seitdem querschnittgelähmt ist. Das hat Uibel sehr getroffen.

Uibel ist ein Trainer mit Format, einer der von seinen Athleten alles fordert, der aber die menschliche Komponente nie aus den Augen verliert. So ließ er Stefan Bötticher, dem letzten deutschen Sprintweltmeister, nach dessen Krankheit viel Zeit, zurückzukommen. Dieses Vertrauen zahlen ihm die Sportler zurück, mit zahlreichen Erfolgen. „Er ist sehr konsequent, manchmal stur, aber nie nachtragend“, sagte Kristina Vogel einmal über ihren Bundestrainer.

Der Cottbuser freute sich sehr über die große Ehre, die ihm nun in Baden-Baden zuteil wurde. „Ich bedanke mich sehr für diese Auszeichnung und sehe mich dabei als Vertreter einer sogenannten Randsportart besonders geehrt! Es freut mich ganz besonders, dass durch diese Auszeichnung auch der Bahnradsport etwas in die Öffentlichkeit gerät“, sagte Uibel nach der Preisverleihung. „Ich hatte als Bundestrainer das Glück mit vielen herausragenden Sportlerinnen und Sportlern arbeiten zu dürfen, denen ich an dieser Stelle ebenso danken möchte wie all meinen Trainerkollegen, den Mitarbeitern der FES-Berlin und des IAT-Leipzig und der BDR-Geschäftsstelle für die jahrelange gute Zusammenarbeit und Unterstützung.“