Die ermunternde Botschaft des Unternehmens, das die 1991 unter dem Namen Team Telekom begonnene Zusammenarbeit mit den Radprofis fortsetzt, verschaffte allen Beteiligten die erhoffte Planungssicherheit. "Bis 2006 laufen 21 von 27 Verträgen aus. Diese Fahrer wollen wissen, wie es weiter geht", meinte Ludwig. Nicht minder bedeutsam war die Zusage des Sponsors für ihn selbst: Weil der ehemalige Radprofi im kommenden Jahr seinen Vorgänger Walter Godefroot als Team-Manager beerben wird, ist er bei der Gründung einer eigenen GmbH in finanzielle Vorleistung getreten.
In seiner letzten Saison als Teammanager hat Godefroot nochmals einen erlesenen Kader zusammengestellt. Die neu ins Leben gerufene ProTour, in der 19 Topmannschaften die 27 wichtigsten Saisonrennen zwingend besetzen müssen, hat bei seiner Auswahl eine wichtige, aber nicht zentrale Rolle gespielt. Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf der Tour de France. Mit dem zweiten Gesamtsieg nach 1997 will Jan Ullrich das für ihn mäßige Vorjahr vergessen machen: "Ich bin stolz auf diese Mannschaft und werde der Tour alles unterordnen."
Die Verpflichtung seines Wunschfahrers Oscar Sevilla erhöht die Chancen, dass der große Wunsch in Erfüllung geht. Der Bergspezialist aus Spanien ist unter anderem neben dem Cottbuser Olaf Pollack einer von insgesamt sechs Neuzugängen. In Andreas Klöden und Alexander Winokurow stehen Ullrich zwei Fahrer mit Chancen auf den Gesamtsieg zur Seite. Die hohe Qualität des Teams erleichtert dem Kapitän die Entscheidung, auf die Frühjahrsklassiker zu verzichten: "Wir haben sieben bis acht Fahrer mit besten Chancen für diese Rennen. Da ist für mich kein Platz. Mein Motor fängt erst langsam an zu brennen", sagte Ullrich.
Wie schon im Trainingslager auf Mallorca wurde in Bonn über die Rolle von Erik Zabel diskutiert. Spekulationen über eine angeblich beschlossene Ausbootung des 34 Jahre alten Musterprofis bei der Großen Schleife drückten auf die Stimmung. Weil der - an hochkarätigen Siegen gemessene - erfolgreichste deutsche Radprofi kein Domestike fürs Gelbe Trikot ist, soll kein Platz mehr für ihn im Tour-Kader sein. Eine Aussprache von Zabel mit Team-Gefährte Klöden, der für eine Tour-Mannschaft ohne Sprinter plädiert hatte, glättete die Wogen, schaffte das Problem aber nicht aus der Welt. (dpa/tus)