Von Steven Wiesner

Lange hatten die Lausitzer Füchse in dieser Saison mit der Hauptrunden-Meisterschaft in der 2. Deutschen Eishockey Liga (DEL2) geflirtet. Doch nach vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen rutschten die Weißwasseraner noch auf Rang fünf ab und verspielten sogar noch das Heimrecht für die anstehenden Playoffs. „Das ist natürlich ärgerlich“, sagt Geschäftsführer Dirk Rohrbach nach den abschließenden Pleiten gegen die Eispiraten Crimmitschau (3:4) und die Kassel Huskies (2:3). Die grandiose Saison mit der besten Hauptunden-Platzierung seit 1992/93 – damals wurde Weißwasser Vierter in der 2. Liga – will man sich im Fuchsbau trotzdem nicht schlecht reden lassen. Rohrbach: „Wir müssen schon das Ganze sehen und nicht nur das letzte Wochenende. Und auch wir selbst haben nicht erwartet, am Ende mit 92 Punkten dazustehen.“

Von daher bleibt die Spielzeit trotz der kleinen Kratzer zum Ende ein Glanzstück der Lausitzer Füchse. Unter dem neuen Coach Corey Neilson hat sich der Vorjahreselfte, der erst nach einer aufreibenden Playdown-Serie gegen die Bayreuth Tigers den Klassenerhalt hatte feiern dürfen, zu einem gefürchteten Spitzenteam entwickelt, das letztlich nur fünf Punkte hinter Tabellenführer Löwen Frankfurt in den Hafen eingefahren ist. Überhaupt hatte Weißwasser seit der Wende noch nie so viele Zähler sammeln können.

Sorgen, dass das gute Gefühl und das Momentum nach der jüngsten Negativserie verflogen sein könnten, während Playoff-Gegner Kaufbeuren die letzten vier Spiele allesamt gewann, macht sich Rohrbach nicht. „Ich denke, das Break kommt zur richtigen Zeit. Die Saison war lang. Wir haben jetzt Zeit, zu regenieren und nochmal alle Kräfte zu mobilisieren. In den Playoffs werden die Karten dann aber neu gemischt.“

Bevor es am 15. März in Kaufbeuren losgeht mit der Viertelfinal-Serie, haben die Spieler nun erstmal fünf Tage frei. „Es ist gut, dass die Jungs wegkommen von der Eisarena.“ Am Dienstagnachmittag wird eine kleine Füchse-Delegation zuvor noch in Dresden beim sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer vorbeischauen, der den Lausitzern zum Playoff-Einzug gratulieren und Mut machen möchte.

Mut schöpft Dirk Rohrbach aber vor allem auch aus den gezeigten Leistungen in dieser Periode. „Wir haben überragende Spiele abgeliefert gegen die Topteams der Liga“, sagt er. Aus den vier Duellen mit Kaufbeuren beispielsweise ging man dreimal als Sieger hervor. „Auch auswärts haben wir gegen große Mannschaften gewonnen.“ Vielleicht muss das verspielte Heimrecht also gar kein Nachteil sein.