Die Radsport-Fans können sich am Pfingstwochenende wieder auf spannende Rennen in Forst ­freuen. Im Mittelpunkt der Forster Radsporttage steht das Duell zwischen dem amtierenden Steher-­Europameister Franz Schiewer und seinem großen Herausforderer Reinier Honig aus den Niederlanden. Los geht es am 8. Juni mit der ­inzwischen neunten Auflage des Forster Derny-Cups in der ­Innenstadt. Am 9. Juni steigt dann der Große Pfingstpreis der Steher auf der traditionsreichen Betonbahn der Rosenstadt.

„Franz Schiewer und Reinier ­Honig sind natürlich die Favoriten. Wir werden sicher wieder spannende Duelle zwischen den Deutschen und Holländern sehen“, erklärt der Sportliche Leiter Marcel Möbus.

Der Deutsche Meister von 2010 hat aber auch noch zwei andere Fahrer auf dem Zettel für die vorderen Plätze. „Stefan Schäfer darf man nie außer Acht lassen. Und auch Giuseppe Atzeni hat mir versprochen, dass er sich bei seinem Abschied in Forst in starker Form präsentieren will“, kündigt Möbus an.

Der 41-jährge Altmeister Atzeni – dreifacher ­Europameister und achtmaliger Schweizer Meister in dieser Disziplin – will sich demnächst aus dem aktiven Rennsport verabschiedeten und wird am Pfingstsonntag in Forst noch einmal geehrt. Der EM-Dritte Daniel Hanisch aus Leipzig gehört auch zu den Favoriten.

Fahrer aus acht Nationen gehen bei den Forster Radsporttagen an den Start. Dabei gibt es auch eine bemerkenswerte Premiere: Mit ­Tarek Al Moakee ist erstmals ein Fahrer aus Syrien vertreten. Der ehemalige Nationalfahrer lebt jetzt in Berlin und fährt für den dortigen RV Luisenstadt.

Neben den bewährten Lokal­matadoren Franz Schiewer und Stefan Schäfer – beide wurden in Forst geboren – stellt sich beim Derny-Cup mit Jonas Onnecken auch ein Nachwuchstalent vom PSV Forst dem Publikum vor. Einen klangvollen Namen bringt der Schweizer Jan Freuler mit in die Lausitz. Er ist der Neffe von Urs Freuler, dem zehn­fachen Bahnrad-Weltmeister.

Der Steher-Sieg in Forst dürfte aber nur über die beiden Topfahrer führen. Franz Schiewer und Reinier Honig sind auch in der noch jungen Saison 2019 die dominierenden Fahrer hinter den lauten Motorrädern. Beim Saisonauftakt in Erfurt setzte sich Schiewer vor Honig durch und bescherte seinem Schrittmacher Gerd Gessler den Heimsieg vor der imposanten Kulisse von 1600 Zuschauern auf der Bahn im Andreasried. Rang drei ging an Stefan Schäfer.

Am vergangenen Wochenende drehte Reinier Honig den Spieß um. Beim Leineweberpreis in Bielefeld lieferte sich der Niederländer bis zum Schluss ein packendes ­Duell mit Schiewer und setzte sich in einem Wimpernschlag­finale durch. „Es hat heute der Richtige ­gewonnen. Man hat ja gesehen, ­welche Qualität das Gespann vor uns und welche Qualität das Feld generell hatte“, erklärte Schiewer ­danach gegenüber der Zeitung „Neue Westfälische“.

Für alle Gespanne war es ein wichtiger Test für die nationalen Titelkämpfe. Die Deutsche Meisterschaft wird im August ebenfalls in Bielefeld ausgetragen. Vorher steigt aber am Pfingst-Wochenende erst einmal die Revanche zwischen Schiewer und Honig in Forst.