Berlin hat in dieser Saison überraschend gut gespielt", erklärte Joachim Löw vor dem Pokal-Halbfinale der Hertha am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD/Sky) gegen den Favoriten BVB.

Der Bundestrainer hat eine Wohnung in der Hauptstadt und so hautnah erlebt: "Hertha wird alles fokussieren. Die ganze Stadt ist so heiß wie noch nie in dieser Saison. Sie haben seit langer Zeit die Chance auf das Finale, sie können im eigenen Stadion, in der eigenen Stadt spielen. Eine größere Motivation gibt es nicht."

Erstmals seit der DFB das deutsche Traditionsfinale 1985 im Berliner Olympiastadion installiert hat, könnten die Hertha-Profis am 21. Mai als Hauptdarsteller mit dabei sein. "Berlin ist heiß, die Mannschaft und der ganze Stab auch", sagte Pal Dardai. Der Hertha-Coach hatte schon im vergangenen Sommer den Traum vom "Endspiel zu Hause" neu belebt. "Ich habe lange hier gespielt, wir haben immer versagt", erzählte der Ungar. Nach seiner Karriere sei er aus seiner nahe gelegenen Wohnung immer verärgert Richtung Olympiastadion gepilgert. "Uns hat kein Trainer richtig erklärt, welche Bedeutung dieses Finale hat", erinnerte sich Dardai.

Rund zehn Millionen Zuschauer werden am 21. Mai vor den TV-Schirmen sitzen. 2,5 Millionen Euro ist der Sprung ins Endspiel wert, eine weitere Million der Finalsieg. Vier Millionen Euro hat Hertha in der bisherigen Pokalsaison schon verdient. Und dann lockt natürlich die Titelchance. Die Meisterschafts-Triumphe der Berliner stammen aus den Jahren 1930 und 1931, die verlorenen DFB-Pokal-Finals waren auch schon 1977 und 1979. "Wenn du nicht Bayern München oder Borussia Dortmund bist, ist es schwierig, Titel zu holen in Deutschland", bemerkte der Schweizer Fabian Lustenberger als Hertha-Kapitän.

Die Aufmerksamkeit für die Hertha ist so hoch wie lange nicht - auch der Promi-Auflauf. Neben Löw haben sich Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, der neue DFB-Präsident Reinhard Grindel sowie zahlreiche Politiker angesagt. 76 233 Zuschauer sind live dabei.