Er läuft und läuft und läuft. . . Es gibt in den 90 Minuten eines Fußballspiels, in dem Sergiu Radu mitwirkt, kaum einen Flecken auf dem Platz, den er ausgelassen hat. Der Rumäne, der zu Saisonbeginn von National Bukarest an die Spree wechselte, ist der Marathonmann von Energie.
„Sergiu überlegt sich keinen Meter und ist sowohl in der Offensive und in der Defensive präsent. Das verdankt er seiner überragenden Fitness“ , weiß Teammanager Petrik Sander, was er an dem 28-Jährigen hat.

Normales Laufpensum
Für Radu ist sein Laufpensum normal. „Fußball ist ein Laufspiel. Wenn ich viel in Bewegung bin, kann mich der Gegner schlecht stellen und ich versuche, mich immer in Positionen vor dem Tor zu bringen, wo ich dann die Chance habe, einen Treffer zu erzielen“ , erzählt er.
Dass er mitunter auch Defensivaufgaben übernimmt, ist für Radu kein Problem. „Ich muss auch mal für meinen Mitspieler laufen, wenn er ausgespielt ist oder einen Fehler macht. Dann bin ich mitverantwortlich ihn auszubügeln. Meine Mannschaftskameraden würden das ja auch für mich tun“ , urteilt der 1,82-m-große Offensivmann.
Petrik Sander weiß, was er an ihm hat: „Ich schätze seine Einsatzstärke und seinen Torriecher. Er ergänzt sich im Sturm mit Francis Kioyo sehr gut. Das passt schon.“

Leistung voll abrufen
Für das heutige Spiel erwartet Sander, dass Sergiu Radu seine Tugenden in vollem Umfang abruft: „Wir wissen alle, dass das Spiel sehr schwer wird. So muss ich mich auch bei jedem hundertprozentig darauf verlassen können, dass er alles gibt. Bei Sergiu habe ich da keinerlei Bedenken.“
Auch der Rumäne ist, genau wie seine Mannschaftskameraden, heiß auf die Ahlener. „In Freiburg haben wir Mist gespielt. Das müssen wir nun wieder korrigieren. Der Gegner hat kürzlich den Trainer gewechselt, dass macht es für uns zusätzlich schwer. denn wir wissen ja, dass so etwas für eine Mannschaft zusätzliche Kräfte freisetzen kann. Trotzdem bin ich optimistisch, dass wir die drei Punkte in Cottbus behalten werden“ , sagt der Mann, der neben seiner Muttersprache auch perfekt Englisch, Französisch und Italienisch spricht. Inzwischen bemüht er sich auch intensiv, die deutsche Sprache zu erlernen.
Dabei ist ihm heute Abend nicht so entscheidend, wer die Tore erzielt: „Wichtig ist, dass wir treffen. Wenn die Mannschaft gut harmoniert, hat man es als Stürmer auch leichter, Treffer zu markieren.“

Zusatzschichten für Sidney
Abwehrspieler Sidney, der zuletzt vom FCE-Teammanager wegen seines Übergewichts kritisiert wurde (die RUNDSCHAU berichtete) machte in den letzten zwei Tagen Zusatzschichten. So hat er am Mittwochnachmittag - als die anderen frei hatten - Lauftraining absolviert und auch am Abend mit den Amateuren unter Flutlicht in Laubsdorf tgeübt. Auch gestern Vormittag war er allein auf Achse. „Er muss seine Defizite schnell abbauen. Bei den Boxern ist das ja auch gang und gäbe, die müssen auch mal schnell ein paar Pfund verlieren. Allerdings geht das schnelle Abnehmen auch mit einer Schwächung der Gesamtkonstitution daher. Das muss ich einkalkulieren“ , sagt Sander. Deshalb will er auch erst heute entscheiden, ob Sidney von Beginn an spielt, oder erst einmal auf der Bank Platz nimmt.
Seine Position könnte dann Sebastian Schuppan einnehmen, weil Sander damit liebäugelt, seinen Kapitän Gregg Berhalter wieder in die Innnenverteidigung zu beordern. „Das beziehen wir in unsere Überlegungen mit ein“ , meint Co-Trainer Thomas Hoßmang.
Auch Berhalter wäre es lieb, wieder nach innen zu rücken: „Von da kann ich das Spiel besser organisieren und ordnen. Es wäre für mich schon besser, als auf der Außenposition“ , sieht es der Amerikaner.