Das deutsche Schwimmteam hat einen silbernen Abschluss der Kurzbahn-EM gefeiert und sich viel Schwung für das anstehende Olympiajahr geholt – auch dank Lausitzer Hilfe. Am letzten Wettkampftag der Titelkämpfe in Glasgow machte Christian Diener sein Silber-Triple perfekt, Isabel Gose und Ramon Klenz jubelten als Zweite über ihre ersten internationalen Medaillen bei den Erwachsenen. Mit achtmal Edelmetall fiel die Bilanz des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) positiv aus.

„Ich habe mein Silber-Set jetzt komplett“, sagte der Cottbuser Diener (26), der wie zuvor schon über 100 und 200m Rücken auch im 50-m-Finale als Zweiter anschlug. Nur eine halbe Stunde später verpasste der Vizeeuropameister von 2014 mit der 4x50-m-Lagenstaffel eine weitere Medaille, das DSV-Quartett wurde auf Platz drei wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert.

Klenz (21) war nach seinem zweiten Rang über 200m Schmetterling sehr zufrieden. „Ich hatte überhaupt keine Probleme während des Rennens, alles lief wie geplant“, sagte der Hamburger, der bereits vor anderthalb Jahren für Aufsehen gesorgt hatte, als er auf der Langbahn den 32 Jahre alten Rekord von Michael Groß gebrochen hatte. Auch die 17-Jährige Gose, die im Sommer bei der Junioren-EM mit fünf Titeln geglänzt hatte, erlebte erstmals bei den „Großen“ eine Siegerehrung.

Der DSV sieht sich weiter im Aufwind. „Die Topathleten haben nachgewiesen, dass sie sich in Hinblick auf die Olympischen Spiele in eine gute Ausgangsposition gebracht haben“, sagte Teamcoach Hannes Vitense.

In den Tagen zuvor hatten neben Diener auch Europameister Marius Kusch (Gold über 100m Schmetterling), Marco Koch (Bronze über 200m Brust) und Philip Heintz (Bronze über 200m Lagen) Edelmetall geholt.

Doch auch wegen der zahlreichen Nachwuchsschwimmer hat sich die Nominierung des 40-köpfigen Aufgebots gelohnt. Man habe „auch Potenziale entdeckt und wichtige Erkenntnisse über die nächsten Schritte gewonnen“, erklärte Vitense.

Für den Höhepunkt hatte aus deutscher Sicht Kusch mit seinem Sieg über 100m Schmetterling gesorgt. Der Wahl-Kalifornier will mit einer typisch amerikanischen Einstellung auch bei Olympia nach einer Medaille greifen. „Ich sehe mich als Träumer, aber im positiven Sinn“, sagte Kusch dem Sportinformationsdienst (sid). Während Lagenschwimmer Heintz über seinen Bronzerang angesichts des harten Trainings absolut zufrieden war, haderte Brustschwimmer Koch mit demselben Ergebnis gewaltig: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden.“ Ganz anders als Christian Diener, der als bester deutscher Schwimmer aus Glasgow abreiste. sid/swr