"Wir haben Stillstand", bilanzierte der Formel-1-Star trotz der zweitbesten Zeit im zweiten Training. Geschlagen geben musste sich Schumacher bei einsetzendem Niederschlag auf dem 5,821 Kilomter langen Kurs im Vergnügungspark von Suzuka um 1,034 Sekunden nur dem Toyota-Testfahrer Ricardo Zonta (Brasilien). Hauptgrund für die Steigerung nach dem deprimierenden 18. Rang zum Auftakt am Morgen sei der neue zweite Satz Reifen gewesen.
"Damit konnten wir wesentlich Zeit gut machen", sagte Schumacher, dem der angekündigte Regen in der Qualifikation an diesem Samstag und möglicherweise auch im Rennen (7 Uhr/RTL und Premiere) zu Gute kommen würde. "Es kann ein sehr entscheidender Faktor sein", meinte Schumacher. Ansonsten wirkte der siebenmalige Titelträger recht ratlos, weil die Testfahrten vor dem Asien-Trip weder neue Erkenntnisse brachten, noch Wirkung zeigten. "Wo wir uns jetzt genau befinden, weiß ich auch nicht", gestand der 36-Jährige: "Rückschritte haben wir hoffentlich keine gemacht." Ein Podiumsplatz wäre schon ein Erfolg, sagte Schumacher, für den in diesem Jahr lediglich der geschenkte Sieg beim USA-Skandalrennen zu Buche schlägt - ganz ohne Erfolg blieb Schumacher nur in seinem ersten Formel-1-Jahr 1991.
Niedergeschlagenheit und Ratlosigkeit herrschte auch bei McLaren-Mercedes angesichts des neuerlichen Motorenschadens am Wagen von Räikkönen. Der Finne hatte den MP20-4 zunächst im Gras abstellen müssen und trat zum zweiten Training mit neuem Motor an. Die Konsequenz: Zum vierten Mal in dieser Saison wird Räikkönen nach der Qualifikation zehn Startplätze zurückversetzt. "Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht", sagte Räikkönen. Ob er im Kampf um den Konstrukteurs-Titel, den die Silberpfeile zuletzt 1998 geholt hatten, Punkte einfahren kann, hänge auch sehr stark vom Wetter ab.
Nutznießer der McLaren-Mercedes-Malaisen könnte Renault sein, das mit 162 Punkten lediglich zwei Zähler in der Team-Wertung hinter dem britisch-deutschen Rennstall liegt. "Aus meiner Sicht ist alles okay", sagte der frisch gekürte Champion Alonso nach seinen Plätzen sechs und acht. "Wir waren schnell unterwegs, aber da ist noch mehr Potenzial - sowohl im Auto als auch in mir."
Auf einen Podestplatz vor dem Heimpublikum von Toyota hofft Ralf Schumacher. Im neuen TF105 B fuhr er nach dem 17. Rang im ersten Training anschließend auf den sechsten Platz. "Das ist hier meine Lieblingsstrecke und ich habe sehr gute Erinnerungen an den Kurs", sagte der Kerpener, der vor neun Jahr Formel-3000-Meister in Japan wurde. "Vielleicht schaffen wir jetzt einen Podiumsplatz."
Asien-Rivale Honda sorgte unterdessen für Gesprächsstoff, weil der Rennstall plant, mit einem noch ungenannten Partner einen neuen und damit elften Rennstall bereits im nächsten Jahr an den Start zu schicken. Laut BAR-Honda-Teamchef Nick Fry soll Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bereits seine "volle Unterstützung" zugesagt haben. "Und ich denke, dass etwas gute Aussichten auf Erfolg hat, wenn Bernie grünes Licht gibt", sagte Fry.